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Wochenüberblick 14-20/12/2015

Beendet die Fed das Jahr 2015 mit einer Zinserhöhung?

Jede Woche gibt es mehrere Events mit dem Potenzial, die Märkte zu beeinflussen. Aber denken Sie nicht einmal im Traum daran, dass es in dieser Woche ein anderes Ereignis gibt, das mit dem am Mittwoch stattfindenden “Market Mover” verglichen werden könnte. Denn an diesem Tag gibt die US-Notenbank ihre letzte geldpolitische Entscheidung des Jahres bekannt.

In Wahrheit hat uns die Fed im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Monat auf die eine oder andere Weise beschäftigt. Sei es eine Ansprache der Vorsitzenden, die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls oder ein aktualisiertes Beige Book. Aber dies ist wirklich das Ereignis, auf das die Märkte der Welt mit Spannung gewartet haben. Eine Zinserhöhung würde als ein Meilenstein gesehen werden und als ein Anzeichen dafür, dass die Finanzkrise des Jahres 2008 endlich überwunden wurde. Es würde auch darauf hindeuten, dass der Dollar seine starke Position für lange Zeit bewahren dürfte.

Eine Zinserhöhung würde den Dollar nämlich weiter beflügeln

Die Fed steht zum ersten Mal seit neun Jahren vor einer Erhöhung der Zinssätze. Das Dutzend Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed hält das weitere Schicksal der Weltwirtschaft in ihren Händen. Die Erwartungen sind groß, dass es zumindestens zu einer nominalen Erhöhung des Leitzinssatzes kommen wird. Nach neun Jahren des Wartens würde eine Zinserhöhung unmittelbare und starke Auswirkungen haben. Der Dollar wird im Vergleich zu seinen Peer-Währungen stark zulegen. Im Klartext könnte endlich die EUR/USD-Parität erreicht werden oder der Kurs sogar noch klarer zugunsten des Dollars ausschlagen.

Rohstoffe und Aktien könnten in Mitleidenschaft gezogen werden

Bei einer Zinserhöhung könnten Gold und Öl aufgrund des verstärkten Dollar-Interesses unter starken Druck geraten.  Dies würde die allgemeinen Probleme aufgrund der schwindenden Nachfrage nach Edelmetallen und Erdöl noch weiter verstärken. Im Aktienbereich könnte die erste automatische Reaktion der Wall Street negativ ausfallen. Allerdings dürfte diese Enttäuschung nur von kurzer Dauer sein. Die Aktien würden sich letzendlich wieder erholen und angesichts der zugrundeliegenden Stärke der US-Wirtschaft an Wert gewinnen.

Oder hat die Fed etwa eine bittere Überraschung auf Lager?

Auch wenn die Analysten im Allgemeinen davon ausgehen, dass die Fed im Rahmen ihrer geldpolitischen Sitzung dieser Woche die Zinsen anheben wird, kann man sich nie vollkommen sicher sein. In die Entscheidungsfindung der Fed werden viele verschiedene Faktoren miteinfließen. Diese Faktoren umfassen Wirtschaftsdaten aus den USA (die grundsätzlich positiv sind) und das Wachstum der Weltwirtschaft (das generell nicht allzu positiv ausfällt).  Ein zu starker Dollar könnte sich aber negativ auf den Handel auswirken und daher im Endeffekt nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Auf der anderen Seite hat die Fed-Chefin Janet Yellen unermüdlich eine Zinserhöhung in diesem Jahr versprochen. Daher stellt diese Sitzung ihre letzte Gelegenheit dar, dieses Versprechen einzuhalten, um nicht ihr Gesicht zu verlieren.

Aber die Fed wusste auch schon in der Vergangenheit zu überraschen, und im Allgemeinen zum Missfallen der Dollar-Bullen. Falls die Fed keine Zinserhöhung beschließen sollte, könnte der Dollar im Rahmen der damit verbundenen Enttäuschung an Boden verlieren. Gleichzeitig würde dadurch als Zeichen der Erleichterung eine Rally bei Aktienwerten und Gold sowie den Peer-Währungen des Dollars – und zwar von Euro und Pfund – ausgelöst werden.

Im Klartext

In aller Kürze: Wenn die Fed eine Zinserhöhung beschließt, wird es zu starken Kursgewinnen des Dollars kommen, während Aktien vorübergehend in Mitleidenschaft gezogen würden. Falls uns die Fed jedoch überraschen sollte, würde der Dollar stark unter Druck geraten und sich die Wall-Street-Bullen erleichtert zeigen. Auch wenn die meisten Annahmen von einer Zinserhöhung am Mittwoch ausgehen, bleibt dennoch etwas Ungewissheit. Wie der Rest der Anlegerwelt warten wir schon mit großer Spannung auf diese folgenschwere Entscheidung.

Das konkrete Programm

RBA-Sitzungsprotokoll (Dienstag) – Falls das Sitzungsprotokoll der Australischen Notenbank auf eine optimistische RBA hindeuten sollte, könnte der Australische Dollar im Vergleich zu Yen und Euro zulegen.

Kern-VPI Großbritannien (Dienstag) – Falls sich die Kerninflation in Großbritannien nach oben bewegen sollte, könnte dadurch der Verkaufsdruck auf das Pfund gelindert werden.

Kern-VPI USA (Dienstag) – Falls die US-Kerninflation (Inflation ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) auf 2 % im Jahresvergleich ansteigen sollte, könnte dadurch die Chancen einer Zinserhöhung durch die Fed am Mittwoch steigen und der Dollar profitieren. 

Kern-VPI Eurozone (Mittwoch) – Falls die Kerninflation (Inflation ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) erneut unter 0,9 % im Jahresvergleich fallen sollte, könnte der Euro davon in Mitleidenschaft gezogen werden.

ILO-Arbeitslosenzahlen Großbritannien (Mittwoch) – Falls die Arbeitslosenquote in Großbritannien unter 5,3 % fallen sollte, könnte es wie positive Inflationszahlen den Verkaufsdruck auf das Pfund lindern. Es besteht allerdings kein Zweifel daran, dass der Zinsentscheidung der Fed für alle Währungskombinationen dominierende Bedeutung zukommt.

Zinsentscheidung der Fed (Mittwoch) – Die wichtigste Zinsentscheidung des Jahres und ganz ohne Zweifel das wirtschaftlich bedeutendste Ereignis der Woche. Falls die Fed zum ersten Mal seit neun Jahren die Zinsen erhöhen sollte, würde dadurch ein Kursfeuerwerk zugunsten des Dollars ausgelöst werden und das EUR/USD-Verhältnis könnte unter den Wert von 1 fallen.

Zinsentscheidung der BoJ (Freitag) – Falls die Bank of Japan ihr Terrain verteidigen und sich leicht optimistisch geben sollte, könnte der Yen im Vergleich zu schwächeren Peer-Währungen wie dem Euro und dem Pfund zulegen.

Chart der Woche

AUS200 (1)

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