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Wochenüberblick 16-23.03.2015

Verliert die Fed schließlich die Geduld?

Diese Woche werden die Sorgen über Griechenland, die Rezession in China oder andere wirtschaftlichen Daten für die Anleger in den Hintergrund treten. Sie bereiten sich auf das wichtigste Ereignis vor, die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank.

Die Mehrheit der Anleger erwartet seit geraumen, dass die Fed die Zinsen erhöht, möglicherweise schon im Juni, und mit jeder Notenbanksitzung wächst die Spannung und das begleitende Drama. Diese Woche erwarten die Anleger eine sehr wichtige Änderung im Tonfall der Notenbankerklärung, insbesondere das Streichen des Wortes „Geduld“ aus dem Vokabular der Sitzungsprotokolle. Im Zuge der letzten Erklärungen zu ihre Geldpolitik hat die Fed ihre Zusage niedriger Zinsen für einen längeren Zeitraum durch das Wort „Geduld“ ersetzt- dass also geduldiges Abwarten vonnöten ist, bevor die Zinsen steigen. Noch diese Woche, nach dem vor zwei Wochen die dramatischen Beschäftigungszahlen (295.000 ex Landwirtschaft) bekanntgegeben wurden, ist zu erwarten, dass die Notenbank nun endgültig von ihrer Mantra der Geduld abrücken wird und uns so auf eine Zinserhöhung vorbereiten wird, die ab jetzt in jeder Sitzung möglich ist. Wenn diese Erhöhung dann tatsächlich geschieht, wird dies mit Sicherheit Wellen schlagen, denn nach mehr als sieben Jahren wird die Fed zum ersten Mal bereit sein, die Schraube anzuziehen. Für Forex-Anleger könnte dies Anlass für eine erneute Dollar-Kaufrunde sein, selbst nach den saftigen Profiten der vergangenen Monate. Auf der Wall Street könnte dies den Drang der Anleger, die Indizes noch weiter nach oben zu drücken, anregen. Bei den Rohstoffen bedeuten steigende Zinsen eher eine Bärenphase, zumindest auf kurze Sicht. Anders ausgedrückt, wenn dies wirklich das ist, was die Entscheider der Fed erwägen, dann ist es der Weg zu einem steigenden Dollar und, zumindest kurzfristig, niedrigeren Kursen auf allen anderen Märkten. Wenn Yellen jedoch eine mildere geldpolitische Haltung einnimmt, als der Markt erwartet, und das Wort „Geduld“ in der Erklärung wieder auftaucht, wird von der Wall Street und den Rohstoffmärkten ein großer Seufzer der Erleichterung zu hören zu sein, während Gewinnmitnahmen dazu führen, dass der Dollar wieder sinkt.

Ist das britische Pfund auf dem Weg zu einem Comeback?

Sterling-Bullen scheinen, ähnlich wie Dollar Bullen, ihre Hoffnungen auf den Arbeitsmarkt zu konzentrieren. Da eine niedrige Inflation ein großes Fragezeichen hinter Zinserhöhung setzt, hoffen Sterlinganleger auf starke Arbeitsmarktzahlen und entsprechende Lohnsteigerungen, ein entsprechendes Wiederansteigen der Inflation und- Sie ahnten es- das Comeback von Zinserhöhungen in Großbritannien. Wie man erwarten könnte, ist dies Lieblings-Szenario bei Sterling-Bullen und eine ziemlich beunruhigende Perspektive für Sterling-Bären. Der Kampf um die Herrschaft über die Anlegerstimmung der Bären und Bullen lässt für diese Woche, die neue Arbeitsmarktzahlen für Großbritannien bringt, ein Ansteigen der Volatilität erwarten. Wenn die Arbeitslosigkeit tatsächlich unter 5,7 % fallen sollte und die Löhne auf Jahresbasis um mehr als 2 % steigen, wird dies eine Zinserhöhung der Bank of England wahrscheinlicher werden lassen, wenn auch nicht sofort, wahrscheinlich werden. Wenn dieser Fall eintritt, könnten die Sterling-Bullen tatsächlich die Oberhand zurückgewinnen und das Pfund gegen die anderen Währungen höhertreiben – und vielleicht sogar gegen den Dollar, falls sich die US-Notenbank geldpolitisch milder als erwartet zeigen sollte. Sollte es jedoch keine positive Überraschung geben und das Sitzungsprotokoll der BoE erwartungsgemäß weiterhin eine lockere Geldpolitik verkünden, könnten die Short-Positionen im Pfund Sterling noch stärkeren Druck erzeugen und die Währung dem Dollar gegenüber noch weiter abschwächen, es könnte auch zu einer Korrektur gegenüber dem Euro und dem Yen kommen.

Im Blickwinkel

Geduld ist der Name des Spiels. Wenn die US-Notenbank an diesem Mittwoch das Wort Geduld aus dem Vokabular streicht, wird dies zu einer Verschiebung der Märkte in Vorbereitung auf eine Zinserhöhung in den USA sein, die möglicherweise bereits im Juni eintreten könnte. Davon würde der Dollar gegenüber den anderen Währungen tendenziell profitieren, während es an der Wall Street zumindest kurzfristig zu Gewinnmitnahmen kommen könnte. Rohstoffe, die bereits auf unsicherem Boden sind, könnten weiteren Leerverkäufen ausgesetzt sein. Wenn die US-Notenbank das Wort „Geduld“ jedoch nicht streicht, könnte das Vermutungen zulassen, dass die Entscheidungsträger noch nicht bereit sind, die Zinsen in diesem Sommer zu erhöhen. Dies könnte zu den lang erwarteten Gewinnmitnahmen im Dollar führen, während Wall Street und die Rohstoffe wieder steigen könnten

Im Visier

BoJ Zinsentscheidung (Dienstag) – Nach verhaltenen Zahlen aus der japanischen Wirtschaft erwarten viele Marktteilnehmer weitere Lockerungen der Geldpolitik von der BoJ. Wenn die BoJ bei ihrer Sitzung in dieser Woche tatsächlich eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschließt, könnten Yen-Währungspaare bei einer Abschwächung der japansichen Währung steigen (Yen-Währungspaare steigen wenn der Yen fällt).

Eurozone Inflation (Dienstag) – Da niedrige Inflationsraten in der Eurozone der Hauptgrund für die EZB sind, die Zinsen zu senken, könnten diese Daten erhebliche Auswirkungen auf die Euro-Stimmung haben. Wenn die VPI (Inflation) noch niedriger als im letzten Monats sein sollte (-0.6 % im Jahresvergleich), könnte auf den Euro mehr Verkaufsdruck aufkommen.

BoE Minutes (Mittwoch) – Wird die BoE eine milde oder strenge Haltung zur Geldpolitik an den Tag legen? Nach der eher milden Haltung, die aus dem Sitzungsprotokoll des letzten Monats zu lesen war, könnte eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik den Anlegern den Appetit auf das Pfund Sterling Appetit verderben.

UK Beschäftigungszahlen (Mittwoch) – Wenn die Arbeitsmarktzahlen für das Vereinigte Königreich unter 5,7 % sinken und sich einer Vollbeschäftigung nähern, könnte dies zusammen mit einer optimistischeren BoE zu einer Erholung des Pfund Sterling führen.

FOMC/Offenmarktausschuss der US– Notenbank Zinsentscheidung (Mittwoch) – Zweifellos das wichtigste Ereignis der Woche. Wenn die Fed beschließt, das Wort Geduld aus dem Vokabular zu streichen, könnte dies ein Signal für bevorstehende Zinserhöhungen sein und den Appetit der Anleger auf den Dollar noch steigern

SNB Zinsentscheidung (Donnerstag)– Wird die Schweizerische Nationalbank die Zinsen auf -1 % senken? Wenn die SNB die Zinsen tatsächlich noch senkt, könnte das den CHF vor allem gegenüber dem Dollar hart treffen.

Chart der Woche – GOLD

Gold_Mar11

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