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Wochenüberblick 18-24.05.2015

Die Stimmung der Devisen-Arena spitzt sich zu

Aufgrund des Sieges der Tories im Vereinigten Königreich, den eventuellen, zusätzlichen Anreizen in Japan seitens der BoJ und dem großen Fragezeichen, das sich bezüglich des Zinssatzes in den USA abzeichnet, ist die Stimmung der Devisen-Arena äußerst nervös und reizbar. Diese Woche könnte sich die Stimmungslage eines bereits gepeinigten Devisen-Marktes weiter zuspitzen und das liegt an den verschiedenen im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Ereignissen in Japan, im Vereinigten Königreich und in den USA, deren Veröffentlichung bevorsteht. Diese bedeutenden Ereignisse wecken das Interesse, den Devisen-Markt zu beobachten, jedoch muss mit sehr wechselhaften und ungleichmäßigen Handel gerechnet werden. Aber wie werden die Märkte darauf reagieren? Wir haben uns vorgenommen, die Antwort auf diese Frage in dieser Woche herauszufinden.

Bröckelt der Yen?

In Asien wird erwartet, dass der Yen großes Interesse und Aktivität erweckt und anzieht und das aufgrund von zwei bedeutenden Veröffentlichungen. Als Erstes steht am Dienstag die Bekanntgabe des japanischen Bruttoinlandsproduktes für das 1.Quartal des Jahres 2015 bevor gefolgt von der Entscheidung der BoJ bezüglich ihrer Geldmarktpolitik, deren Veröffentlichung für Freitag festgesetzt ist. Gerüchten zufolge soll der japanische Premierminister Shinzo Abe angeblich damit rechnen, dass Japan über die USA “hinauswächst” und die Inflation 2 % erreicht. Der Druck wird auf der BoJ lasten, dies wahr werden zu lassen. Wenn nach der Veröffentlichung des Bruttoinlandsproduktes des 1.Quartals deutlich wird, dass sich die japanische Wirtschaft wieder einmal “nur gerade so durchschlägt”, dann rückt die Zeit einer Zinssatzentscheidung seitens der BoJ heran. Investoren werden beginnen, ihre Erwartungen in Richtung mehr Anreize, die die BoJ schaffen müsste, zu verlagern. Folglich wäre der Yen schwächer. Natürlich wird sich der wahre Yen-Macher erst in Gang setzen, sobald die BoJ offiziell ihre Entscheidung verkündet. Auch wenn der Zentralbankchef der BoJ Kuroda nur eine weitere Lockerung andeutet und diese nicht ausdrücklich bekannt gibt, können Investoren davon ausgehen, dass sich die heftigen Yen-Verkäufe, die uns seit 2012 begleiten, fortsetzen werden.

Sterling: Höher oder niedriger?

In den vergangenen zwei Wochen beherrschte das Pfund Sterling zweifellos den Devisen-Markt. Nachdem die Tories einen Erdrutschsieg erlangten, der die Angst vor einem Parlament ohne klare Mehrheitsverhältnisse vertrieb, entfachte ein offensiver Sterling-Kaufrausch. Die Begeisterung der Bank of England hat sich jedoch, gerade als Investoren damit beschäftigt waren, Sterling-Kaufpositionen anzuhäufen “beruhigt”. Der Grund dafür liegt in zurückgeschraubten Wachstumsprognosen und Erwartungen einer Zinserhöhung, die bis 2016 verschoben sind. Aufgrund der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes, des Sitzungsprotokolls der Bank of England sowie den Zahlen der Einzelhandelsumsätze in dieser Woche werden Investoren die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Einschätzungen und Beurteilungen vorzunehmen. Hat die BoE das Recht, pessimistisch zu sein? Wenn die Daten so positiv erscheinen, dann könnten Investoren die neutrale, konfliktvermeidende Rede von Mark Carney einfach ignorieren und in ihre Liaison mit dem Pfund Sterling zurückkehren – auf jeden Fall, bis sich etwas anderes anbahnt.

Befürwortet die Fed eine expansive Geldpolitik?

Obwohl die Daten aus Japan und Großbritannien offensichtlich wichtig sind, wird das FOMC-Sitzungsprotokoll, das Protokoll des jüngsten Fed-Treffens, mit Sicherheit die weltweiten Märkte beherrschen. Nachdem die US-Notenbank angesichts niedrigerer Inflation und geringerem Wachstum eher dazu neigte, fallende Zinsen zu befürworten, möchten Investoren nur herausfinden, inwiefern die Fed wirklich eine expansive Geldpolitik befürwortet und inwieweit der Abwärtsdruck auf die Wirtschaft befristet ist. Wenn die Fed in ihrem Protokoll betont, dass der Druck nur vorübergehend ist und dass die Erwartungen des FOMC bezüglich einer Erholung im 2.Quartal fest bestehen bleiben, dann könnten die Dollar-Bullen zurückkehren. Doch dieses Mal werden Investoren auch die Zahlen des Verbraucherpreisindexes, die am Freitag folgen, als einen weiteren Teil verwenden, um das Puzzle der nächsten Zinserhöhung zu vervollständigen. Wenn die US-Inflation Anzeichen einer Erholung erkennen lässt und wieder steigt, dann könnte der Dollar wirklich ein Comeback feiern. Falls das Sitzungsprotokoll jedoch eher eine pessimistische Fed widerspiegelt, dann könnte die Schwäche des Dollars, die in den letzten Wochen überwog, wahrscheinlich ein wenig länger bestehen bleiben.

Zur Sache

Insgesamt gesehen erwartet man die höchste Volatilität beim Yen und Dollar, das Pfund Sterling befindet sich diesbezüglich an dritter Stelle. Das FOMC-Sitzungsprotokoll wird in einem großen Ausmaß die Stimmung beherrschen. Alles andere als ein Protokoll, das eine Fed zum Vorschein bringt, die nur eine leichte Schwächephase in der Wirtschaft sieht, könnte den Dollar in erster Linie gegenüber dem Pfund Sterling sowie dem Euro schwächen. Wenn die Fed allerdings vermittelt und ihre Überzeugung zum Ausdruck bringt, dass die jüngste Schwächephase lediglich vorübergehend war, dann wird es entweder für das Pfund Sterling, den Yen oder den Euro schwierig sein, fortzufahren und gegenüber dem Dollar voranzukommen.

Was serviert man uns auf dem Tablett

RBA Sitzungsprotokoll (Dienstag) – Nachdem die RBA die Zinsen gesenkt hat, werden Investoren sehr daran interessiert sein, das RBA-Protokoll durchzulesen. Wenn es eine hohe Wahrscheinlichkeit bezüglich weiterer Zinssenkungen widerspiegelt, dann könnte der Aussie weiter abrutschen. Falls das Protokoll jedoch den Eindruck vermittelt, dass es keine weiteren Zinssenkungen gibt, dann könnte der Aussie gewinnen.

Vereinigtes Königreich Verbraucherpreisindex (Dienstag) – Eine britische Inflation, die sich zurück über Null bewegt sowie ein Kern-Verbraucherpreisindex (ohne Nahrungsmittel und Energie) über 1 % könnte das Pfund Sterling begünstigen.

EU Verbraucherpreisindex (Dienstag) – Niedrige Inflationsraten in der EU sind der Hauptgrund der Euro-Schwäche. Daher würde jede Steigerung der Inflation einen positiven Effekt haben und den Euro begünstigen.

Japan Bruttoinlandsprodukt (Dienstag) – Das BIP wird die Stimmung des japanischen Yen im Vorfeld der am Freitag bevorstehenden Zinssatzentscheidung beherrschen. Wenn das BIP-Wachstum über 1,5 % zum Vorjahresvergleich zunimmt, dann könnte ein Anstieg in Betracht gezogen werden und der Yen könnte bis Freitag unterstützt werden. Falls nicht, dann sollten sich Investoren auf eine Yen-Schwäche gefasst machen.

BoE Sitzungsprotokoll (Mittwoch) – Wenn das BoE-Protokoll eine eher konfliktvermeidende BoE offenbart, dann könnte das Pfund Sterling noch vor den Daten geschwächt werden.

FOMC Sitzungsprotokoll (Mittwoch) – Es ist das Hauptereignis der Woche. Wenn das FOMC-Protokoll eine konfliktvermeidende Fed zum Vorschein bringt, dann könnte der Dollar einer weiteren Schwächung gegenüberstehen.

BoJ Zinssatzentscheidung (Freitag) – Hierbei handelt es sich um die Antriebskraft des Yen. Wenn die BoJ mehr Anreize andeutet, dann könnte der Yen fallen.

Deutschland Bruttoinlandsprodukt (Freitag)- Wenn das deutsche BIP über 1,1 % zum Vorjahresvergleich steigt, dann könnte der Euro gegenüber seinen Kollegen vorankommen.

USA Verbraucherpreisindex (Freitag) – Der Dollar könnte ein Comeback erleben, sofern die Inflation der USA steigt und sich die Fed weniger konfliktvermeidend als erwartet bei der Veröffentlichung am Mittwoch erweist.

 Wochenchart – EUR / USD

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