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Wochenüberblick 23-29/11/2015

Wachstum der Weltwirtschaft für die großen Devisen-Player entscheidend 

In dieser Woche dreht sich alles um Wachstum, da in den USA, Großbritannien und Deutschland die neuesten BIP-Zahlen veröffentlicht werden. Angesichts der schleppenden Konjunktur in Asien wird es immer wichtiger deren globale Auswirkungen zu beurteilen. Damit beziehen wir uns natürlich auf die Folgen in den wichtigsten Industrieländer der Welt. Die erste BIP-Veröffentlichung kommt am Dienstag in Deutschland auf den Tisch und etwas später am selben Tag folgen die vorläufigen US-BIP-Zahlen für das 3. Quartal.

Am Freitag erscheinen dann auch noch die vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals aus Großbritannien. Unabhängig von der provisorischen Natur der Zahlen aus den USA und aus Großbritannien werden die Resultate Anhaltspunkte für mögliche Änderungen der Geldpolitik geben. In Deutschland, der stärksten Volkswirtschaft der Eurozone, werden die Ergebnisse zu einer Messlatte der Wirksamkeit der Konjunkturmaßnahmen der EZB werden.

Dollar-Bullen fiebern Wachstumsdaten entgegen

Auch wenn die US-BIP-Zahlen erst nach jenen Deutschlands bekannt gegeben werden, besteht kein Zweifel, worauf alle Blicke gerichtet sind. Die Konjunkturzahlen aus den USA werden mehr Klarheit hinsichtlich einer möglichen Zinserhöhung im Rahmen der nächsten geldpolitischen Sitzung der Fed im Dezember bringen. Bereits Ende Oktober veröffentlichte das US Bureau of Economic Analysis (BEA) seine erste Schätzung zum US-BIP im dritten Quartal: Den Angaben des BEA zufolge lag das annualisierte Wachstum bei 1,5 %, blieb demnach hinter den Zahlen des Vorquartals zurück und verfehlte auch um Haaresbreite die ursprünglichen Prognosen. Am Dienstag erhalten wir die zweite BIP-Schätzung.

Da die Lagerbestände der US-Unternehmen im September höher als erwartet ausfielen, sind die Analysten guter Hoffnung, dass die erste BIP-Schätzung für das 3. Quartal nach oben revidiert wird. Falls das BIP die Erwartungen übertreffen sollte, könnte dies als positives Signal für eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung verstanden werden. Dies würde natürlich dem Dollar Aufwind verleihen und könnte auch im Kontext der verbesserten Konjunkturaussichten die Wall Street beflügeln. Ein enttäuschendes Ergebnis würde den Dollar hingegen in Mitleidenschaft ziehen und sich positiv auf seine Peer-Währungen und den Goldpreis auswirken.

Ein Aufschwung beim deutschen BIP könnte dem Euro zugutekommen

Da es sich bei Deutschland um die größte Volkswirtschaft im gemeinsamen Währungsraum handelt, bilden die deutschen BIP-Zahlen das Fundament für das Wirtschaftswachstum in der gesamten Eurozone. Die vorläufigen BIP-Zahlen der Bundesrepublik, die zu Beginn dieses Monats veröffentlicht wurden, spiegelten eine Wachstumsverlangsamung auf 0,3 % wider.

Und auch wenn dies den allgemeinen Erwartungen entsprach, war der Rückgang von 0,4 % im Vorquartal doch enttäuschend. Falls die deutschen BIP-Zahlen überraschend positiv ausfallen sollten, könnte dies den Abverkauf des Euro (zumindest vorübergehend) stoppen. Zudem würde ein über den Erwartungen liegendes BIP-Wachstum dem deutschen DAX und anderen europäischen Indizes starken Auftrieb verleihen. Bei enttäuschenden BIP-Zahlen würden hingegen sowohl der Euro als auch die europäischen Indizes unter Druck geraten.

Investoren, die auf das Pfund wetten, werden die BIP-Ergebnisse des Q3 genau unter die Lupe nehmen

Zu guter Letzt werden am Freitag die britischen BIP-Resultate des dritten Quartals veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die zweite und endgültige Bekanntgabe der Zahlen des dritten Quartals. Die Ende vergangenen Monats veröffentlichte erste Schätzung ergab einen Wachstumsrückgang auf 0,5 % im Vergleich zu 0,6 % im vorhergehenden Quartal, was auch unter den Erwartungen der Analysten blieb, die von einer Verlangsamung auf 0,6 % ausgegangen waren. Ein die Erwartungen übertreffendes BIP würde dem Pfund zugutekommen und diesem einen dringend benötigten Aufschwung verleihen. Falls die abschließende Veröffentlichung allerdings wirklich eine Konjunkturverlangsamung im dritten Quartal bestätigen sollte, würde dies dem Pfund sehr wahrscheinlich zusetzen. Und zwar weil dies bei den Anlegern zur Überzeugung führen würde, dass sich die schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone stärker auf die britische Konjunktur auswirkt, als bisher angenommen.

Im Klartext

Falls das US-BIP positive Lebenszeichen gibt, könnte es zu einer weiteren Woche kommen, die mit einem höheren Dollarkurs endet. Im selben Sinne würden auch erfreuliche Zahlen aus Großbritannien und Deutschland zu einer Stärkung von Pfund bzw. Euro führen. Eine stärkere Zunahme des Wachstums an allen Fronten könnte paradoxerweise zu einer Schwächung des Dollars führen. Dies würde nämlich darauf hindeuten, dass andere Volkswirtschaften damit beginnen, gegenüber den USA Boden gut zu machen. Auf der anderen Seite würde dies größeren Indizes, wie insbesondere dem S&P 500 und dem deutschen DAX, zugutekommen, weil diese im Allgemeinen von globalem Wachstum profitieren.

Das konkrete Programm

Deutsches BIP (Dienstag) – Falls die deutschen BIP-Zahlen für das 3. Quartal die Erwartungen übertreffen sollten, würde dies sowohl dem Euro als auch den europäischen Börsen Auftrieb verleihen.

BIP-Wachstum in den USA (Dienstag) – Vermutlich das wichtigste Ereignis der Woche: Falls die US-Wachstumszahlen im 3. Quartal positiv überraschen sollten, kann von einem Anstieg des Dollars ausgegangen werden. Sofern nicht auch alle anderen BIP-Veröffentlichungen der Woche freundlich ausfallen.

US-Gebrauchsgüter (Mittwoch) – Falls die US-amerikanischen langlebigen Gebrauchsgüter (ohne Transport) wieder positives Terrain beschreiten sollten, werden davon sowohl der Dollar als auch die Wall Street profitieren.

Britisches BIP (Freitag)- Falls das britische BIP im dritten Quartal besser als erwartet abschneiden sollte, wird dies dem Pfund zugutekommen.

Chart der Woche:

AUS200 weekly

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