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Wochenüberblick 27/07 – 02/08/2015

Alles dreht sich um die Fed 

Sie haben sicher bereits oft genug gehört, dass die monatliche Zinsentscheidung der US-Notenbank ein bedeutendes Ereignis für die weltweiten Finanzmärkte darstellt. Das ist auch dieses Mal nicht anders und hat – ganz ohne Übertreibung – das Potenzial, die Märkte richtig durcheinanderzurütteln. In den vergangenen Monaten gab es bereits zahlreiche Debatten unter den wirklichen und vermeintlichen Experten. Viele denken, dass es sich von selbst versteht, dass die Fed vor einer Erhöhung ihrer Leitzinsen steht.

Die einzige Frage ist wann. Selbst die Fachleute sind sich über den konkreten Zeitpunkt uneins und ihre Schätzungen reichen von eher früher (sagen wir im September) bis eher später (Dezember oder danach). Die Fed hielt sich in Bezug auf diese Frage bedeckter, als es den Märkten lieb gewesen wäre. Aber diese Woche könnte es wirklich so weit sein, dass wir eine klare und präzise Antwort erhalten. Und weil die Spekulationen und Erwartungen so gewaltig sind, zittern die Märkte vor dieser Entscheidung sprichwörtlich wie Espenlaub.

Zuerst eine kurze Einführung zur Fed

Die Notenbank der Vereinigten Staaten wurde vom US-Kongress mit zwei spezifischen Mandaten beauftragt. Einerseits muss Sie ihre Geldpolitik auf die Förderung von Vollbeschäftigung ausrichten und auf der anderen Seite muss sie Preisstabilität garantieren. Aus diesen Gründen hat die Fed ihre Kreditzinsen seit Dezember 2008 auf historischen Tiefstständen gehalten. Allmonatlich wird die Zinsentscheidung der Fed von den aktuellen Wirtschaftdaten beeinflusst. Allerdings kommt dabei gewissen Daten mehr Gewicht zu als anderen. Seit kurzem sind jedoch Verbesserungen auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt (Mandat Nr. 1) zu verzeichnen bei gleichzeitiger Stabilisierung der Inflation und der Input-Preise (Mandat Nr. 2). Angesichts dessen, dass die Fed ihre Mandate somit erfüllt hat, drängt sich die Frage auf: Wann werden die Zinssätze also angehoben werden?

Analyse der Daten

Niemand weiß genau Bescheid. Allerdings gab uns die Chefin der Fed, Janet Yellen, vor ein paar Wochen einige Anhaltspunkte, als sie dem US-Kongress berichtete. Und Vertreter der Fed legten zudem ihre besten Prognosen über die aktuelle Zinsentwicklung offen. Konkret wurde eine Matrix veröffentlicht, die veranschaulichte, wie das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinssätze in der Vergangenheit und der Zukunft einschätzte. Auch wenn jeder Punkt dieser Matrix zwar ein stimmberechtigtes Mitglied der Fed darstellt, liegt das Problem in ihrer Anonymität. Der Punkt von Janet Yellen – der einzige, auf den es im größeren Zusammenhang wirklich ankommt – ist nämlich mit den Punkten aller anderen Mitglieder identisch.

Trotzdem geben die jüngsten Aussagen und Kommentare der Fed-Vertreter (einschließlich von Frau Yellen) gewisse Aufschlüsse, wie das Matrix-Puzzle verstanden werden kann. Ein wichtiger Fed-Insider (Laurence Meyer, ein früherer Gouverneur der Fed) analysierte den Graphen und zog einige Schlüsse daraus. Im Juni hatte Frau Yellen gesagt, dass Sie mit einer Zinserhöhung im Jahr 2015 rechnen würde. Meyer ist der Ansicht, dass sie noch weitere Nachweise für das Wiedererstarken der US-Wirtschaft sehen möchte. Die jüngsten Kerninflationsdaten könnten diesen Nachweis erbringen, ebenso wie der aktuelle Anstieg bei den Konsumausgaben. Meyer denkt, dass diese Entwicklung die Fed-Vorsitzende (und andere FOMC-Mitglieder) dazu ermutigen könnte, zu überdenken, dieses Jahr nur eine Zinserhöhung vorzunehmen.

Im Klartext

Es gibt drei mögliche Szenarien für die Zinsentscheidung der Fed. Die Fed könnte die Katze aus dem Sack lassen und den Beschluss einer unmittelbaren Zinserhöhung ankündigen. Dies würde mit großer Wahrscheinlich zu einer Stärkung des Dollars aber einer Schwächung der Aktienmärkte führen. Falls es keine große Überraschung geben und die Fed den aktuellen Status quo beibehalten sollte (d. h. keine Änderung des Zinsniveaus), würde dies den Aktien zugute kommen. In diesem Falle würden die Märkte die Stellungnahme der Fed allerdings genauer unter die Lupe nehmen, um nach unterschwelligen Botschaften zu suchen. Eine optimistischer Grundtenor der Fed immer noch eine Stärkung des Dollars bewirken.

Das konkrete Programm

Bestellungen von Gebrauchsgütern (Dienstag)- Falls es bei den langlebigen Gebrauchsgütern (ohne den Transportsektor) einen monatlichen Anstieg von mehr als 0,5% geben sollte, würde sich dies positiv auf den Dollar auswirken.

Zinsentscheidung der Fed (Mittwoch)- Falls die Fed einen früheren Anstieg der Zinsen signalisieren sollte, könnte der Dollar zulegen. Falls sich die Fed weniger optimistisch als erwartet zeigen sollte, könnte dies den Dollar unter Verkaufsdruck setzen.

US-BIP-Wachstum für Q2 (Donnerstag)- Falls das US-BIP-Wachstum über den Erwartungen und einen aufs Jahr gerechneten Zuwachs von 2,8% oder mehr verzeichnen sollte, würde dies für den Dollar als äußerst positiv gewertet werden.

Chart der Woche – GBP/JPY

GBP/JPY weekly

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