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Wochenüberblick 30/11 – 6/12/2015

Klarer Fokus der Märkte auf EUR/USD

Am Donnerstag der kommenden Woche werden wieder die Superstars der Finanzmärkte, auch bekannt als Mario Draghi und Janet Yellen, ins Rampenlicht treten. Alles andere wird bis zum Auftritt dieser beiden Akteure allenfalls eine Nebenrolle spielen. Zweifelsohne werden sowohl Draghi als auch Yellen Tacheles zur zukünftigen Geldpolitik reden. Es bleibt nur die Frage, ob eine(r) von ihnen (oder beide) eine Überraschung für die Märkte parat hat.

Und falls all dies noch nicht ausreichend dramatisch für Sie sein sollte, werden am Freitag auch noch die US-Beschäftigungszahlen (Non-Farm Payrolls) veröffentlicht. Die Märkte warten mit Spannung darauf, ob die überraschend guten Arbeitsmarktzahlen des vergangenen Monats wiederholt werden können. Alle diese Highlights der kommenden Woche werden sich stark auf das Lieblingspaar der Devisenmärkte, den EUR/USD-Kurs, auswirken. Diese Woche könnte es zu einer Bekräftigung der Tendenz in Richtung Währungsparität kommen. Dies wird natürlich von den jeweiligen Deklarationen von Draghi und Yellen sowie den US-Arbeitsmarktzahlen abhängen.

Wird Draghi den Euro weiter drücken?

Die letzte geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank ergab eindeutig, dass sich weitere Stimulierungsmaßnahmen abzeichnen. Die jüngsten Daten aus der Eurozone sind nämlich noch zu schwach, um den Konjunkturmotor wieder anspringen zu lassen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden im Dezember also weitere wachstumsfördernde Maßnahmen vom Stapel gelassen. Und am Donnerstag wird die EZB ihre neueste geldpolitische Entscheidung bekanntgeben. Wie üblich folgt dieser Bekanntgabe die Pressekonferenz von Mario Draghi.

Super Mario hat bereits in der Vergangenheit immer wieder Überraschungen auf Lager gehabt und dies könnte sich auch dieses Mal wiederholen. Er ist zweifelsohne der Joker in diesem bedeutenden Pokerspiel. So könnte er die Märkte überrumpeln, indem er die unmittelbare Umsetzung zusätzlicher monetärer Lockerung verkündet. Allerdings hängt dies von den Ergebnissen der am Dienstag erscheinenden, neuesten Inflationsdaten ab. Auch wenn es sich dabei nur um die vorläufige Daten für den Monat November handelt, werden sie bei der Entscheidung der EZB eine bedeutende Rolle spielen. Wenn die Karten richtig verteilt werden, könnte Draghi für Überraschungen sorgen. Und falls dem so sein sollte, könnte sich das Verhältnis zwischen EUR und USD in Richtung Parität bewegen.

Yellen könnte einen Höhenflug des Dollars auslösen

Janet Yellen tritt ebenfalls am Donnerstag in Aktion, um dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des amerikanischen Kongresses zu berichten. Da es im November keine geldpolitische Sitzung der Fed gab, werden ihre Aussagen genau unter die Lupe genommen werden. Die Fed hat bereits angedeutet, kurz vor einer Zinserhöhung zu stehen, möglicherweise bereits in ihrer Sitzung im Dezember. Daher könnten die Aussagen von Yellen im Rahmen dieser Anhörung dramatische Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen EUR und USD haben. Falls die Zinserhöhung noch immer eine “beschlossene Sache” sein sollte, dann wird Yellen höchstwahrscheinlich weitere Andeutungen in diese Richtung machen. Die Fed-Vorsitzende wird es klarerweise bevorzugen, die Volatilität für den Dollar auf ein Mindestmaß zu begrenzen und daher nach einer Vermeidung von möglichen Überraschungen trachten.

Die Märkte warten auf positive Beschäftigungszahlen

Das letzte Teil im EUR/USD-Puzzle besteht in der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Die Zahl der neuen Stellen in der Privatwirtschaft stieg im Oktober auf 271.000 und die Märkte würden sich dazu eine Zugabe wünschen. Die Arbeitslosenrate ist im Verlauf des gesamten Jahres kontinuierlich gefallen und lag im Oktober bei 5 %. Ein weiterer Rückgang würde den Glauben bestätigen, dass die Fed ihr Versprechen der Vollbeschäftigung erfüllt hat. Zu guter Letzt werden sich die Anleger dafür interessieren, ob auch die Gehälter weiter steigen. Eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung bei den Löhnen, würde den US-Konsumenten mehr Kaufkraft verleihen. Falls also die Daten vom Arbeitsmarkt rundum positiv ausfallen sollten, könnte dies zu einem Ansturm der Anleger auf den Dollar führen.

Im Klartext

Die Märkte warten gebannt auf die Beantwortung der folgenden Frage: Stehen die Zeichen zwischen EUR und USD auf Parität? Wir werden uns auf die folgenden drei Aspekte konzentrieren müssen: Wird Mario Draghi weitere, eventuell unmittelbar bevorstehende, Lockerungsmaßnahmen andeuten? Wird sich Janet Yellen weiterhin selbstbewusst geben? Sind die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt auch diesen Monat solide? Falls es zu einer dreifachen Bejahung kommen sollte, dann könnte der EUR gegenüber dem USD weiter einbrechen und es sogar zu einem höher gehandelten Dollar kommen. Falls der Euro wirklich unter die Marke von 1,00 USD fallen sollte, haben wir es ganz eindeutig mit einer historischen Entwicklung zu tun.

Das konkrete Programm

Zinsentscheidung der RBA (Dienstag) – Falls sich die RBA nach den zuletzt erfreulichen australischen Arbeitsmarktzahlen weniger pessimistisch geben sollte, könnte der Aussie im Vergleich zu seinen regionalen Peer-Währungen hinzugewinnen.

VPI der Eurozone (Mittwoch) – Falls die Kerninflation in der Eurozone im Jahresvergleich auf über 1,1 % steigen sollte, wäre dies als positiv für den Euro zu werten.

EZB-Zinsentscheidung (Donnerstag) – Falls die EZB mit weiteren Stimulierungsmaßnahmen überraschen sollte, könnte der Euro stark nachgeben.

Bericht von Janet Yellen (Donnerstag) – Falls die Fed-Vorsitzende Janet Yellen weitere Hinweise auf eine von der Fed beabsichtigte ZInserhöhung geben sollte, könnte der Dollar zulegen.

BIP-Wachstum in der Eurozone (Freitag) – Falls sich das BIP-Wachstum in der Eurozone beschleunigen sollte, würde dies als positiv für den Euro gewertet werden, allerdings hat dies im Vergleich zur EZB-Zinsentscheidung nur zweitrangige Bedeutung.

US-Beschäftigung – Non-Farm Payrolls (Freitag) – Falls die Beschäftigungszahlen und andere Daten vom US-Arbeitsmarkt (einschließlich der Löhne) weiterhin robust sein sollten, würde dies dem Dollar zusätzlichen Auftrieb verleihen.

Chart der Woche:
EUR/USD weekly

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