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Wochenüberblick 8-14.06.2015

Ist die Zeit für den Aussie gekommen?

Diese Woche werden Investoren wieder einmal mit dem Australischen Dollar (Aussie), dem sogenannten Joker des asiatisch-pazifischen Devisenraumes, zu tun haben und sich mit ihm beschäftigen. Der Aussie steht, seit die RBA einmal im März und ein zweites Mal im Mai ihren Leitzins auf den Tiefstand von 2 % senkte, unter Verkaufsdruck. Vor jedem marktbewegenden Ereignisses, welches den Aussie beeinflusst, sei es eine Zinssatzentscheidung seitens der RBA, Wachstums- und Inflationsdaten oder einfach nur eine Rede von Glenn Stevens, dem RBA Gouverneur, halten es Investoren vor Spannung kaum aus und rätseln weiterhin, was dem Aussie als Nächstes bevorsteht.

Wird der Aussie das Blatt zu seinen Gunsten wenden?

Als die RBA ihren Leitzins im Mai auf 2 % senkte, sah man das als ein Zeichen, dass bärische Zeiten für den Aussie, d.h. auf fallende Tendenz eingestellt, am Horizont auftreten könnten. Doch in den letzten Wochen erschienen erste Anzeichen einer Erholung für die australische Wirtschaft. Das BIP-Wachstum überrascht zum Besseren mit einem Wert von 2,3 % zum Vorjahresvergleich und die Verbraucherinflationserwartungen stiegen auf 3,6 %. Hinzu kommt, dass die RBA in der Juni-Sitzung entschied, die Zinsen nicht zu ändern und stattdessen eine abwartende Haltung einnimmt.

Trotz alledem ist die Situation des Aussies noch nicht so klar. Es stimmt, dass die Daten der letzten Wochen einige Anzeichen in Bezug auf Stabilisierung erkennen ließen, jedoch hält sich die RBA die Hintertür für weitere Lockerung offen. Im Grunde genommen ist der Aussie noch nicht über dem Berg und ein weiterer Anstieg bzw. eine zusätzliche Verbesserung der Daten ist erforderlich, um die Währung von seinen Tiefständen wegzuholen. Somit sind wir bei der Veröffentlichung dieser Woche angelangt, die dem Aussie entweder verhelfen könnte, Boden zu bilden bzw. zu gewinnen oder aber ihn an einen anderen steileren Abhang drängt. Schließlich könnte aufgrund der Bereitschaft der RBA, Zinsen weiter zu senken, auch nur die geringste Enttäuschung schlechte Nachrichten für den Aussie bedeuten.

Während dieser Woche werden Investoren drei Haupthinweise, die den Aussie-Dollar auf die eine oder andere Art kippen könnten, beobachten. Die erste Veröffentlichung betrifft an sich nicht die australische Wirtschaft, ist jedoch trotzdem von großer Bedeutung. Wie allgemein bekannt ist China der wichtigste Antrieb des australischen Wachstums. Dementsprechend ist der Zustand des chinesischen Drachens entscheidend für das Wachstum der australischen Wirtschaft sowie für die Erholung des Aussies. Der chinesische Verbraucherpreisindex, dessen Veröffentlichung für Dienstag festgelegt ist, wird zeigen, ob sich die Lage in China stabilisiert oder weiter abschwächt. Wenn sich der chinesische Verbraucherpreisindex (Vormonatsvergleich) nach seinem Abfall in den vergangenen zwei Monaten verbessert, dann wird das als positiv für den Aussie angesehen werden. Selbst ein Wert von 0 % würde als leicht positiv betrachtet werden, hingegen alles andere, als ein Anstieg negative Auswirkungen in Bezug auf den Aussie hätte.

Das zweite Hauptereignis wird die Rede von RBA Gouverneur Glenn Stevens sein. Obwohl das Sitzungsprotokoll der RBA schon die positiv eingestellte Neigung der RBA offenbarte, wird es interessant sein, zu hören, inwieweit sich der Gouverneur bezüglich der aktuellen Daten äußert. Sofern er vorschlägt, dass die Zinsen erst einmal beibehalten werden, dann könnte das dem Aussie zu einer Stabilisierung verhelfen.

Der dritte Hinweis ist die Veröffentlichung der australischen Arbeitslosenquote. Nach dem Anstieg im letzten Monat von 6,1 % auf 6,2 % möchten die Aussie-Bullen die Arbeitslosenquote entweder weiterhin bei 6,2 % verbleiben sehen bzw. würden sie es bevorzugen, wenn diese wieder sinkt. Ein Anstieg der Arbeitslosenquote würde Probleme für den Aussie bedeuten, was folglich zu einem schnellen Sturzflug der Währung führen könnte.

US-Einzelhandelsumsätze: Nie langweilig

Das US-Wirtschaftswachstum ist zeitweise abgeschwächt und die Einzelhandelsumsätze von April präsentierten einen eher düsteren Blick in Bezug auf die US-Verbraucher. Nun hoffen die Investoren an der Wall Street sowie die Dollar-Bullen, dass die Umsätze von Mai Gewinne verbuchen. Wenn sich der Einzelhandel erholt, vorzugsweise auf 0,3 % oder höher, dann wird man das für beide, den US-Dollar und die Wall-Street-Indizes als positiv betrachten.

Zur Sache

In Bezug auf den Aussie-Dollar möchten Investoren in jeder Beziehung besser als erwartete Werte sowie eine weniger friedfertige RBA sehen, um dem Aussie zu ermöglichen, sich auf niedrigem Niveau zu stabilisieren, bevor er sich möglicherweise erholt. Vermutlich tritt alles andere ein und es besteht somit die Möglichkeit eines weiteren Abfallens des Aussie-Dollars ein. Ein Anstieg der Einzelhandelsumsätze in den USA um mehr als 0,1 % (vorzugsweise um mehr als 0,3 %) wäre für den Dollar und die Wall Street von Vorteil.

Was serviert man uns auf dem Tablett

Deutschland – Exporte (Montag) – Diese bieten Aufschluss bezüglich der Leistung des deutschen Export-Wachstums.

China – Verbraucherpreisindex (Dienstag) – Sofern der chinesische Verbraucherpreisindex zum Vormonatsvergleich wieder ansteigt, wird sich das positiv auf den Rohstoffbereich, den Aussie sowie den Kiwi auswirken.

Vereinigtes Königreich – Inflationsbericht (Dienstag) – Man erwartet, dass dieser Bericht das Pfund Sterling sowie den FTSE 100 stark beeinflussen wird. Wenn sich die Inflationserwartungen nach oben verbessern, dann wird das Pfund Sterling profitieren und die Auswirkungen auf den FTSE 100 könnten negativ sein.

RBA – Rede des Gouverneurs (Mittwoch) – Wenn sich der Gouverneur die RBA friedfertig äußert, d.h. auf steigende Tendenz eingestellt ist, dann könnte der Aussie beginnen, an Boden zu gewinnen.

Australien – Arbeitslosenquote (Donnerstag) – Sofern die Arbeitslosigkeit in Australien auf 6,1 % zurückfällt, wird sich das positiv auf den Aussie auswirken. Hält sie sich bei 6,2 %, dann betrachtet man dies als leicht positiv, während ein Anstieg der Arbeitslosigkeit als sehr negativ für den Aussie angesehen wird.

USA – Einzelhandelsumsätze (Donnerstag) – Wenn die US-Einzelhandelsumsätze einen Gewinn zum Vormonatsvergleich verbuchen, dann wird dies positive Auswirkungen sowohl für den Dollar als auch die Wall Street haben.

Japan – Tertiärindustrie Index (Freitag) – Ein Anstieg des Indexes wäre ein positives Zeichen für Japan und würde dem Yen Unterstützung gegenüber seinen Kollegen bieten.

Wochenchart- GBP / USD

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