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Wochenüberblick 02-08.02.2015

Keine Zinssenkung in Australien?

Die Woche, die wie üblich mit der Veröffentlichung der bevorstehenden Non-Farm-Gehaltsabrechnungen in den USA enden wird, hat erwartungsvollerweise einen lebhaften und dynamischen Anfang, da die großen Spieler im Devisenbereich die Zinssatzentscheidung der RBA, die für Dienstag angesetzt ist, im Visier haben. Der Australische Dollar war in letzter Zeit ziemlich angeschlagen, vor allem gegenüber seinem amerikanischen Kollegen, dem US-Dollar, aber auch wieder gegenüber seinem schwächeren Kollegen im asiatisch-pazifischen Raum.

Was ist der Grund dieser Schwäche? Allmählich sind Wetten gewachsen, dass sich die RBA trotz schwacher Rohstoffpreise und einer Schwäche in China in Richtung Zinssenkung bewegen wird. Diese Woche war die Veröffentlichung der Inflationszahlen für Investoren der neuste Hinweis einer Zinssenkung. Man vermutete, dass die Inflation tiefer als die angedeutete Spannweite der RBA von 2 bis 3 % sinken würde, was wiederum den Weg einer Zinssenkung geebnet hätte. Aber wie Sie alle wissen, ist die Welt der Devisen voller Drehungen und Wendungen. Wie sich herausstellte, passte die RBA, während der offizielle Inflationswert auf 1,7 % zum Vorjahresvergleich abstürzte, den durchschnittlichen Verbraucherpreisindex, der ihr einziger Messwert ist, der auf eine Inflation von 2,2 % hinwies, an. Dadurch werden die Hoffnungen der Aussie-Bären bezüglich einer Zinssenkung zunichtegemacht und die Aussie-Bullen können einen Seufzer der Erleichterung loslassen. Da die Stunde der Zinssatzentscheidung seitens der RBA näher rückt, wird erwartet, dass die Volatilität des Aussies ansteigt. Wenn die RBA bestätigt, dass Zinssenkungen nicht auf dem Programm stehen, dann könnten die Aussie-Bullen Vorsprung bekommen und den Aussie höher treiben, vor allem gegenüber seinen pazifischen Kollegen.

Nimmt die BoE Abstand?

Seit geraumer Zeit spekulieren wir, dass die Bank of England eine Wende in ihrer Politik vornimmt und Gespräche bezüglich einer Zinserhöhung abschwächt. Der Grund? Die britische Wirtschaft verliert an Schwung und die Inflation stürzt ab. Erst vergangene Woche kam aus Großbritannien die Meldung einer Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 % mit ungleichmäßiger Dynamik, d.h. in Großbritannien zieht der Dienstleistungsbereich an, die britische Bau- und Industrieproduktion jedoch lässt drastisch nach und schwächt ab. Das bedeutet ein ungleichmäßiges Wachstum und eine fallende Inflation in Großbritannien, dennoch bahnen sich weiterhin Gespräche einer Zinserhöhung seitens der BoE an. Wenn bei der nächsten Sitzung der BoE das Geldmarktkomitee der Zentralbank tatsächlich eine Wende signalisiert – die lang ersehnte Kehrtwendung – dann könnte das Pfund Sterling beginnen, tief zu fallen. Der FTSE 100, der mit einem verhältnismäßig hohen Kurs gewichtet ist, würde stark ansteigen. Wenn die BoE jedoch fortfährt, Zinserhöhungen anzudeuten, dann könnte das genaue Gegenteil eintreten.

Werden die Non-Farm-Gehaltsabrechnungen überraschen?

Im Laufe der Woche wird sich der Schwerpunkt zum Hauptereignis über den Atlantik verlagern, nämlich zu der monatlichen Veröffentlichung der Non-Farm-Gehaltsabrechnungen in den USA. Obwohl der Wert im letzten Monat von 253.000 unter den Erwartungen lag und es neben enttäuschenden Daten zu sinkenden Löhnen kam, war es insgesamt gesehen ein angemessener Wert. Allerdings haben sich die Dollar-Bullen an mehr als “angemessen” gewöhnt; nämlich an stärkere und stabilere Zahlen, die sie sich von der Veröffentlichung in diesem Monat erhoffen. Devisen-Investoren erwarten einen Wert um die 280.000 oder sogar näher an die 300.000 Marke und eine Arbeitslosenquote, die 5,6 % beibehält. Wenn die Zahlen ein weiteres Mal die Erwartungen nicht erfüllen, dann könnten die Dollar-Käufe zurückgehen und Investoren sich neutral verhalten während der Wall Street Verkaufsdruck droht.

Zur Sache

Im Großen und Ganzen ist der Schwerpunkt dieser Woche ziemlich eindeutig; Investoren erwarten einen neutralen bis friedfertigen Ton der australischen und britischen Zentralbank sowie stabilere Arbeitsmarktzahlen aus den USA, die dem Dollar einen weiteren Anstieg ermöglichen. Wenn durch die Veröffentlichung der Non-Farm-Gehaltsabrechnungen tatsächlich ein optimistisches Szenario bestätigt wird, dann wird die Tatsache, dass sich die Fed im Gegensatz zum Rest der entwickelten Welt einer Zinserhöhung nähert, bestätigt. Folglich würde der Dollar steigen. Auf der anderen Seite, wenn die Zahlen enttäuschen, dann könnte der Dollar in den Grenzbereich gegenüber seinen europäischen Kollegen rücken und möglicherweise Boden gegenüber dem Aussie verlieren.

Was serviert man uns auf dem Tablett

USA Privatausgaben (Montag) – Diese Veröffentlichung wird Aufschluss geben bezüglich des US-Konsummusters und könnte darauf hinweisen, ob die US-Inflation steigt oder sinkt.

ISM Einkaufsmanagerindex Produktion (Montag) – Wenn der US-Einkaufsmanagerindex steigt, dann könnte der Dollar bis zur Veröffentlichung der Non-Farm-Gehaltsabrechnungen am Freitag unterstützt werden.

RBA Zinssatzentscheidung (Dienstag) – Wenn die RBA in der Tat die Spekulationen bestätigt und Zinsen unverändert beibehält sowie Zinskürzung von ihrem Plan streicht, dann wäre das zugunsten des Aussie-Dollars.

EZB Nicht-geldpolitische Sitzung  (Mittwoch) – Obwohl es sich um eine nicht-geldpolitische Sitzung handelt, gibt es eine geringe Chance, dass einige Vorschläge und / oder Hinweise auf die zukünftige Politik der EZB verkündet werden, die den Euro stark beeinträchtigen könnten.

ISM Nicht-Produktion Einkaufsmanagerindex (Mittwoch) – Wird Aufschluss in Bezug auf den US-Produktionsbereich geben.

BoE Zinssatzentscheidung (Donnerstag) – Wenn die BoE tatsächlich eine Kehrtwendung in Bezug auf Zinserhöhung macht, könnte das zum Nachteil für das Pfund Sterling und zum Vorteil für den FTSE 100 sein.

RBA Geldpolitik Stellungnahme (Donnerstag) – Es wird erwartet, dass alles, was in der offiziellen Zinsentscheidung der RBA nicht angesprochen bzw. bekannt gegeben wird, wie z.B. Wirtschaftseinschätzungen und zukünftige Geldmarktpolitik, in dieser Stellungnahme veröffentlicht werden. Folglich würde sich das stark auf den Aussie-Dollar auswirken.

USA Non Farm Gehaltsabrechnungen (Freitag) – Das ist das Hauptereignis der Woche. Wenn die US-Non Farm Gehaltsabrechnungen näher an einen Wert von 300.000 rücken und sich die Arbeitslosenquote bei 5,6 % hält oder niedriger ausfällt, dann wäre das positiv für beide, den Dollar und die Wall Street.

Wochenchart – FTSE 100

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