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Wochenüberblick 12-18/01/2015

Kommt in Kürze die Zinssatzerhöhung der Fed?

Nach den Zahlen der Non-Farm-Gehaltsabrechnungen in der vergangenen Woche werden die neuen US-Daten weiteren Aufschluss bezüglich der Wahrscheinlichkeit einer Zinssatzerhöhung der US-Notenbank geben und die Stimmung an den Märkten beherrschen. Auf der Tagesordnung stehen die US-Inflation, die amerikanische Kapazitätsauslastung, Einzelhandelsumsätze und das „Beige Book“ (der Konjunkturbericht) der Fed – alles Veröffentlichungen, aus denen man eine Schlussfolgerung in Bezug auf die Zinserhöhung ziehen kann.

Damit sich Investoren der Aussicht einer US-Zinssatzerhöhung sicher sind, benötigen sie die Kombination der folgenden drei Stützen. Als Erstes die Inflation: Es ist schwer vorstellbar, dass sich die Fed in Richtung Zinssatzerhöhung bewegt, solange das Inflationsziel der Fed nicht erreicht ist. Daher ist die oberste Priorität der in dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten, den Eindruck einer zunehmenden Inflation wiederzugeben. Als Ergebnis der Öl-Flaute erwartet man eine schlaffe Inflation. Wenn die Kerninflation (die Nahrungsmittel und Energie ausschließt) bei 1,7 % oder sogar höher liegt, dann ist das ein Anzeichen, dass der interne Inflationsdruck in den USA ansteigt und dementsprechend Zinserhöhungen näher rücken. Bei einer Kerninflation von 1,7 % und einem US-Notenbankziel von 2 % würde man jegliche Daten, die andeuten, dass die Inflation langsam näher an die 2 % rückt, als einen wichtigen Hinweis in Bezug auf eine bevorstehende Zinssatzerhöhung betrachten.

Als Zweites kommen die Ausgaben, die die Einzelhandelsumsätze widerspiegeln. Aufgrund der verbraucherorientierten Wirtschaft und als sogenannte Heimat des weltweit größten Verbraucherbereiches (laut Dollar-Wert) ist der US-Einzelhandelsumsatz für das globale Wachstum und insbesondere für die Dollar-Perspektive enorm wichtig. Wenn die Einzelhandelsumsätze in einem stabilen Tempo weiter ansteigen und mehr als 0,8 % Verkaufswachstum hinzukommen, dann ist das ein Anzeichen, dass die Ausgaben quer durch die US-Wirtschaft zunehmen; eine wichtige und bedeutende Stütze in Richtung Zinserhöhung.

Und die letzte Stütze? Das ist das „Beige Book“ der Fed, das ebenfalls diese Woche veröffentlicht werden soll. Aufgrund der ganzen Aufregung bezüglich der Zinserhöhung seitens der US-Notenbank, die irgendwann dieses Jahr eintreten wird, ist es ganz natürlich, dass der eigene Bericht der Fed bezüglich der US-Wirtschaft die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich zieht. Das „Beige Book“ der Fed ist eine Zusammenfassung von Kommentaren der zwölf regionalen Zentralbanken der USA, das die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und Tendenzen in den Regionen widerspiegelt.

Durch das Verbinden dieser drei Stützen werden Investoren am Ende dieser Woche ein besseres Gefühl bzw. Gespür dafür bekommen, wie nah die erste Zinserhöhung der Fed seit mehr als sieben Jahren wirklich ist. Und dieses “Gefühl / Gespür” wird die Dollarstimmung sowie die Wall Street prägen.

Aussie Realitätsprüfung

Während sich die großen marktbewegenden Ereignisse hauptsächlich um die US-Daten drehen, werden die Aussie-Trader ihr eigenes Drama haben. In den vergangenen Monaten hat die Reserve Bank of Australia (RBA) ihre Finanzpolitik von Lockerung auf neutral verändert. Bisher ist die australische Arbeitslosenquote, die auf 6,3 % stieg, eines der Hauptanliegen der RBA. Wenn sich diese wieder verschlechtert, könnte der Australische Dollar getroffen werden. Eine Verbesserung der Arbeitslosenzahl könnte jedoch helfen, Wetten bezüglich einer Zinssenkung zu vertreiben. Ein Sinken der Arbeitslosenquote würde den Aussie ebenfalls unterstützen und verlorenen Boden, vor allem gegenüber seinem Nachbarn, dem Kiwi, zurückzugewinnen.

Zur Sache

Wie erwartet, werden die US-Daten bestehend aus Inflation, Einzelhandelsumsätzen und die wirtschaftlichen Prognosen (das „Beige Book“ der Fed) die Märkte bestimmen. Sollten Investoren tatsächlich das Gefühl bekommen, dass alle Barometer einen zunehmenden Inflationsdruck anzeigen, dann werden die Wetten bezüglich einer US-Zinserhöhung in den nächsten Monaten ansteigen und der Dollar könnte weiter in die Höhe gehen. Fallen die Daten optimistisch genug aus, dann könnte sogar die Wall Street einen Aufschwung erhalten. Wenn die Ölpreise in dieser Woche fortfahren, zu sinken, dann werden Unternehmen aus dem Bereich Energieerzeugung, trotz der lichten Aussichten für den Dollar, die Wall Street belasten.

Was serviert man uns auf dem Tablett

Großbritannien Verbraucherpreisindex & Einzelhandelsumsätze (Dienstag) – Wenn sich die britische Inflation erholt und die Einzelhandelsumsätze wachsen, dann könnte das Pfund Sterling hauptsächlich gegenüber dem Euro und dem Yen an Boden gewinnen.

USA Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) – Eines der drei Hauptereignisse dieser Woche; ein Gewinn des US-Einzelhandels um mehr als 0,8 % zum Vormonatsvergleich würde die Tatsache eines höheren Dollars verstärken.

Fed „Beige Book“ (Mittwoch) – Der Bericht der Fed umfasst die aktuelle US-Wirtschaftslage zwölf unterschiedlicher Regionen. Wenn sich die US-Notenbank optimistisch in Bezug auf die US-Wirtschaft gibt, dann wird sich das in einem stärkeren Dollar widerspiegeln.

Australien Arbeitslosenquote (Donnerstag) – Wenn die australische Arbeitslosenquote unter 6,3 % fällt bzw. die 6,3 % beibehält, dann könnten Spekulationen bezüglich einer Zinssenkung seitens der RBA vertrieben werden und der Aussie würde verlorenen Boden gegenüber dem Kiwi zurückgewinnen.

USA Verbraucherpreisindex (Freitag) – Es könnte eine starke Dollar-Nachfrage entstehen, wenn die US-Kern-Inflation näher an den Wert von 2 % rückt.

EU Endgültige Veröffentlichung der Inflation (Freitag)  – Nach der Blitzschätzung der vergangenen Woche wird der endgültige Verbraucherpreisindex der EU zeigen, wie konjunkturdämpfend die EU wirklich ist und wie nah eine weitere quantitative Lockerung seitens der EZB rückt.

Wochenchart – AUD/JPY

AUDJPY_JAN7

Wirtschaftskalender:

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