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Wochenüberblick 26.01 – 01.02.2015

Das US-Finale

Da der aufwirbelnde Staub der EZB-Staatsanleihenkäufe allmählich anfängt, sich zu legen, werden Investoren etwas anderes ins Visier nehmen, nämlich, was wir als das US-Finale bezeichnen. Dieses ist eine Kombination aus US-Wachstumszahlen für das Jahr 2014 und der Zinssatzentscheidung der US-Notenbank. Gemeinsam werden sie den Endton bezüglich der US-Wirtschaft im vergangenen Jahr angeben sowie den zukünftigen Ton für den US-Dollar und die Wall Street festlegen.

Das erste der zwei bedeutendsten Ereignisse wird die Zinssatzentscheidung der Fed sein, die immer an einem Mittwoch stattfindet. Folglich häufen sich im ersten Teil der Woche Geschehnisse rund um die FOMC-Sitzung an, die Ergebnisse des Treffens und die Meinungen der FOMC-Mitglieder in Bezug auf die Zinsaussichten des US-Dollars. Interessanterweise gibt es zwei unterschiedliche Dynamiken, die den Dollar-Bullen Sorgen bereiten und die Dollar-Bären unterstützen. Als Erstes kommt die Inflation, die in der Tat zeigt, dass das US-Wachstum momentan Stabilität vorweist. An zweiter Stelle steht die Abkühlung, die weitgehend dem Öl zu verdanken ist. Genau diese Abweichung, dieses Auseinanderklaffen fasziniert und macht Investoren neugierig, die zu erkennen versuchen, wie genau die Fed den neuesten Rückgang des Verbraucherpreisindexes von – 0,4 % (Vormonatsvergleich) sowie die Abschwächung der Kerninflation auf 1,6 % angehen wird. Wenn die Fed (und mit Fed meinen wir Janet Yellen in ihrer Rede) die aktuelle Abkühlung als „vorübergehend” bezeichnet und diese mit einem positiv optimistischen Blick bezüglich des US-Wachstums und durch weitere Hinweise auf eine bevorstehende Zinserhöhung gelassen hinnimmt, dann werden Investoren die Inflation als nebensächlich bzw. zweitrangig sehen und auch weiterhin auf den Dollar setzen. Aber wenn Yellen sich in Bezug auf die letzten Inflationswerte besorgt äußert und beunruhigt ist, dann werden Investoren zur Schlussfolgerung kommen, dass es an der Zeit sein könnte, eine Abwarten-und-Sehen-Haltung einzunehmen. Das heißt, auf weitere US-Daten warten, die mehr Aufschluss bezüglich der US-Wirtschaft geben, bevor man die Chancen einer Fed-Zinserhöhung ab- oder einschätzt.

Und somit sind wir beim zweiten Hauptereignis angelangt. Diesen Freitag werden optimistische Analysten Ausschau nach einem schönen runden Wachstumswert der US-Wirtschaft von 5% im Jahr 2014 halten, der mit Sicherheit ein stabiler Wert wäre. Wenn die Fed am Anfang der Woche eher ungewiss erscheint und ihre Redekunst zwischen der Positivität des Wachstums und der Flaute der niedrigen Inflation ausbalanciert, dann könnte ein US-Wachstum von 5 % Investoren einen Beigeschmack von höheren Zinsen hinterlassen. Für Investoren ist eine Wachstumsrate von 5 % ausreichend, um die Arbeitslosigkeit weiter zu sinken, die Löhne zu erhöhen und schließlich die Inflation auf 2 % zurückzubringen, und wie Sie erahnen, die lang erwartete Zinserhöhung seitens der Fed voranzubringen. Wenn die Fed auf ihren Aussichten verharrt, dann werden Investoren jedoch den Wachstumszahlen mit weniger Sorge entgegentreten und könnten sogar einen Wachstumswert von 4,8 % hinnehmen, ohne automatisch die bullischen Dollarwetten zu liquidieren. Dennoch, und dies ist die dritte Option, könnte eine ausgeglichene Fed, die Bedenken in Bezug auf fallende Inflation und Wachstum unterhalb von 5 % hat, die Stimmung für den Dollar wenden und ein wenig vermiesen und dem Handel etwas mehr Wachstumstempo verschaffen, wodurch in der Tat bedeutende Indizes kurzfristig profitieren könnten. Allerdings würde auch die Wall Street langfristig „lieber” ein neues Gleichgewicht von hohem Wachstum, stabiler Inflation und höheren Zinsen sehen, um voranzukommen und erfolgreich zu sein.

 

Zur Sache

Wie erwartet werden die zwei Hauptereignisse, die FOMC-Zinssatzentscheidung am Mittwoch und die US-Wachstumszahlen am Freitag die weltweite Stimmung beherrschen. Im Großen und Ganzen können wir uns drei Möglichkeiten vorstellen. An erster Stelle stehen die zinsbullische Fed und eine optimistische Wachstumszahl von 4,8 – 5 %, die den Dollar weiter unterstützen würden. Die zweite Möglichkeit ist eine ausgeglichene Fed und eine Wachstumszahl von 5 %, wodurch der Dollar immer noch stabil wäre. An dritter Stelle liegt eine ausgeglichene Fed und Enttäuschung seitens des US-Wachstumswertes, die den Dollar an eine Schwankungsgrenze bringen könnte, während die Wall Street am Ende etwas höher stehen könnte.

Was serviert man uns auf dem Tablett

Großbritannien Bruttoinlandsprodukt (Dienstag) – Wenn die Zahlen die Einschätzungen von 2,6 % Wachstum bestätigen, dann wird dem Pfund Sterling ermöglicht, gegenüber seinem schwachen Kollegen, dem Euro, voranzukommen und zu steigen. Jedoch ist ein Fortschritt gegenüber dem Dollar fraglich und zweifelhaft, da sich das Wachstum der USA momentan fast doppelt so schnell entwickelt. Dennoch könnte ein Wert näher an 3 % das Ganze ändern.

USA Gebrauchsgüter (Dienstag) – Diese werden eine geheime Vorschau bezüglich des möglichen US-Wachstums für das Jahr 2014 zur Verfügung stellen, aber in den Hintergrund gegenüber den tatsächlichen Zahlen treten, die am Freitag veröffentlicht werden.

USA Verbrauchervertrauen (Dienstag) – Wegen der ausschlaggebenden Herrschaft der US-Verbraucher in der US-Wirtschaft ist das US-Verbrauchervertrauen immer wichtig. Im Vorfeld der FOMC-Sitzung wird sich ein starker Wert positiv auswirken.

FOMC Zinssatzentscheidung (Mittwoch) – Eines der zwei Hauptereignisse dieser Woche; wenn die Fed-Vorsitzende zu erkennen gibt, dass sie sich wegen der sinkenden Inflation Sorgen macht, dann könnte der Dollar bis zur Veröffentlichung des Bruttoinlandsproduktes am Freitag geschwächt werden. Gibt sich die Fed jedoch zinsbullisch und vertritt einen härteren Kurs, dann wird sich die Dollar-Stärke fortsetzen und unterstützt.

Japan Verbraucherpreisindex (Donnerstag) – Eine steigende Inflation wäre für den Yen von Vorteil und würde sich positiv auf die Währung auswirken. Sinkt die Inflation jedoch, dann könnte das Wetten bezüglich weiterer Anreize seitens der BoJ anheben bzw. steigern.

EU Verbraucherpreisindex (Freitag) – Der Euro könnte noch mehr geschwächt werden, falls die Inflation (Verbraucherpreisindex) weiter sinkt und unter – 0,2 % fällt.

USA Bruttoinlandsprodukt Wachstum (Freitag) – Es ist das wichtigste Bruttoinlandsprodukt-Ergebnis des Jahres, weil es das Wachstumsbild der US-Wirtschaft für das gesamte Jahr 2014 offenbaren wird. Wenn die Zahlen ein Wachstum von 4,8 % bis 5 % ergeben, dann wird sich das positiv auf den Dollar und die Wall Street auswirken. Alles unterhalb könnte die bullischen Dollar-Wetten auf Eis legen, natürlich ist das abhängig von der Fed-Stellungnahme zwei Tage zuvor.

Wochenchart – USD/JPY

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