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Wochenüberblick 30.03-05.04.2015

Nervosität und Bammel vor den Non-Farm Payrolls

Diese Woche sind beide, die Devisen-Trader und die Wall Street, in höchster Alarmbereitschaft und rechnen mit wechselhaften Handel. Die Ursache dafür? Die US-Notenbank hat im Grunde genommen verkündet, dass sie die Wahrscheinlichkeit einer kommenden Zinserhöhung ausschließlich aufgrund der Daten abwägt. Da die Fed nun das Wort “geduldig” aus ihrer Kommunikation entfernt hat, sind es folglich die Daten, die die Fed-Politik in beide Richtungen kippen könnte. Enttäuschende Daten aus den USA würden bedeuten, dass eine Zinserhöhung sogar auf nächstes Jahr verschoben werden könnte, während stabile Zahlen eine Zinssatzerhöhung Näherrücken lassen, möglicherweise im Juni dieses Jahres. Natürlich wird das erhebliche Auswirkungen auf den US-Dollar und die Wall Street haben. Stabile Zahlen, die eine näher rückende Zinserhöhung bedeuten, könnten den Dollar unterstützen, jedoch die Lust bzw. das Verlangen nach Indizes, wie z.B. den S&P 500 oder den Dow Jones, abschwächen. Hingegen schwache Zahlen natürlich bedeuten würden, dass die Zinsen für einen längeren Zeitraum niedrig bleiben und die Wall Street somit profitiert, selbst wenn der Dollar dadurch geschwächt wird.

Aufgrund einer steigenden Volatilität des Dollars und der Unruhe bzw. des Unbehagens der Wall Street bereiten sich Investoren auf eine wechselhafte Zeit vor. Für viele Investoren bedeuten und bieten die US-Daten, gut oder schlecht, einen ziemlich schnellen Umschwung und werden eine Wende von optimistisch auf pessimistisch sowie umgekehrt mit einer Lichtgeschwindigkeit bewirken, noch bevor der Dollar entweder stürzt oder rasant ansteigt. Die Nervosität der Investoren in dieser Woche ist aufgrund der US-Daten, die einen solchen Einfluss haben, nicht verwunderlich, insbesondere angesichts der Bedeutung der für Freitag angesetzten Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls (NFP), vielleicht der am meisten beobachtete US-Datensatz. Schätzungen zufolge werden die Zahlen für den Monat März mit einer anhaltenden Arbeitslosenquote von 5,5 % zwischen 280.000 und 300.000 liegen. Dazu kommt, dass man diesmal den durchschnittlichen Wochenverdienst ebenfalls als Hinweis, ob die US-Gehälter weiterhin steigen werden oder nicht, betrachten wird.

Also, inwieweit können die Non-Farm Payrolls dieser Woche die Stimmung beeinflussen? Wenn sie oberhalb von 280.000 liegen, die Arbeitslosenquote sich bei 5,5 % hält und die Durchschnittsgehälter um mehr als 2 % steigen, dann wird dem Dollar, nachdem er in der vergangenen Woche etwas an Boden verloren hat, eine Erholung gewährt, während die Wall Street eine Wende in Richtung Süden, d.h. abwärts, nehmen könnte. Allerdings würde eine Fehleinschätzung in hohem Maße enttäuschen und viele Investoren dazu bringen, ihre Dollarerträge zu kürzen, die Gewinne mitzunehmen und sich in Bezug auf den Dollar entweder neutral oder pessimistisch zu wenden, während sie zu den Wall Street Indizes, wie den S&P 500 oder den Dow Jones, zurückkehren.

Europäische Realitätsprüfung

Die Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls am Freitag ist voraussichtlich das Hauptereignis und Höhepunkt dieser Woche. Bis dahin wird sich die Aufmerksamkeit der Märkte um Europa drehen, wo die Investoren eine bedeutende Realitätsprüfung bezüglich Großbritannien, Deutschland und der EU erhalten. Nach den unerwartet positiven Zahlen der Einkaufsmanagerindizes aus Europa in der vergangenen Woche könnte eine weitere Runde besser als erwarteter Daten den Umschwung für eine Erholung der europäischen Währungen an der Seite europäischer Indizes vorbereiten. An der Tagesordnung stehen die europäische Arbeitslosenquote, die europäische Inflation sowie das Wachstum des britischen Bruttoinlandsproduktes. Von diesen drei Veröffentlichungen werden die europäische Inflation und das britische Bruttoinlandsprodukt am meisten beobachtet werden. Vorausgesetzt, dass sich der europäische Verbraucherpreisindex (Inflation) von seinem Tief bei 0,3 % zum Vorjahresvergleich im vergangenen Monat erholt und dass sich die endgültige Wachstumszahl des britischen Bruttoinlandsproduktes für das Jahr 2014 verbessert und höher als 2,6 % zum Vorjahresvergleich (Stand Februar) liegt, dann könnten Investoren das Gefühl erhalten, dass das Schlimmste für die EU überstanden ist und sich der blaue Himmel über Großbritannien zeigt. Folglich könnten sie beginnen, ihre Positionen in Richtung Dollarverkauf umzudrehen und alles Europäische kaufen, angefangen bei Währungen bis hin zu Aktien. Um diesen bedeutenden Impuls in Gang zu bringen, müssen die Non Farm Payrolls am Freitag jedoch fehlschlagen.

 

Zur Sache

Insgesamt gesehen sind die Investoren zunehmend beunruhigt bezüglich des Dollars und mehr und mehr optimistisch in Bezug auf Europa (beide, die EU und Großbritannien). Aber sie möchten immer noch handfeste Beweise, dass ihr gutes Bauchgefühl berechtigt ist, bevor sie gegen den Dollar setzen. Daher haben der Euro und das Pfund Sterling nur die Möglichkeit einer richtigen Erholung, wenn die Non Farm Payrools fehlschlagen. Natürlich muss der Takt von den europäischen Daten angestimmt und angegeben werden. Jedes andere Szenario könnte dem Dollar verhelfen, verlorenen Boden zurückzugewinnen, während Wall Street Gewinne mit einigem Gegenwind konfrontiert werden könnten.

Was serviert man uns auf dem Tablett

USA Privatausgaben (Montag) – Wenn die Privatausgaben auf 0,2 % oder mehr ansteigen, dann wirkt sich das auf den Dollar positiv aus.

Großbritannien Bruttoinlandsprodukt 4.Quartal (Dienstag) – Das Pfund Sterling wird profitieren, sofern sich das britische Wachstum zum Vorjahresvergleich auf über 2,6 % verbessert.

EU Inflation (Dienstag) – Eine Erholung der europäischen Inflation von – 0,3 % würde dem Euro zugutekommen.

EU Arbeitslosenzahlen (Dienstag) – Wenn die Arbeitslosigkeit der EU über 11,2 % steigt, dann könnte sich die Erholung des Euros zersetzen.

USA Verbrauchervertrauen (Dienstag) – Sollte das Verbrauchervertrauen über 96,4 steigen, dann wird das die Messlatte für die Non Farm Gehaltsabrechnungen am Freitag heben und könnte, für den Fall, dass die europäischen Daten gemischt ausfallen, den Dollar begünstigen.

USA ISM Produktion (Mittwoch) – Diese geben Aufschluss bezüglich der US-Produktion; wenn der ISM Wert der Schätzung entspricht, dann werden Wall Street Gewinne unterstützt, während Dollar-Trader die Non Farm Gehaltsabrechnungen am Freitag abwarten müssen.

EZB Sitzungsprotokoll (Donnerstag) – Investoren werden das Protokoll der letzten EZB-Sitzung durchlesen müssen, um zu verstehen, ob es eine Chance für mehr Lockerung seitens der EZB in der Zukunft gibt.

USA Non Farm Payrolls (Freitag) – Das Hauptereignis der Woche; wenn die Zahl zwischen 280.000 und 300.000 oder darüber liegt, dann kann der Dollar seinen Schwung Richtung steigende Tendenz beibehalten.

Wochenchart – Öl

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