{"id":1252400,"date":"2026-04-07T16:52:39","date_gmt":"2026-04-07T13:52:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.etoro.com\/?p=1252400"},"modified":"2026-04-07T16:52:39","modified_gmt":"2026-04-07T13:52:39","slug":"niedrig-bewertet-aber-schwache-margen-die-schwierige-lage-bei-vw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etoro.com\/de\/news-and-analysis\/stocks\/niedrig-bewertet-aber-schwache-margen-die-schwierige-lage-bei-vw\/","title":{"rendered":"Niedrig bewertet, aber schwache Margen: Die schwierige Lage bei VW"},"content":{"rendered":"<p>Der Iran-Konflikt und die stark gestiegenen \u00d6lpreise setzen Volkswagen zunehmend unter Druck. Als zyklisches Unternehmen reagiert der Konzern besonders sensibel auf geopolitische Spannungen und h\u00f6here Energiekosten.<\/p>\n<h2>Trump mit neuer Deadline<\/h2>\n<p>Zus\u00e4tzliche Brisanz bringt die politische Lage. Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gestellt. Bis Dienstag, 20:00 Uhr US-Ostk\u00fcstenzeit, soll ein Deal zustande kommen. Andernfalls drohen gezielte Angriffe auf zentrale Infrastruktur wie Br\u00fccken und Kraftwerke. Ziel ist es, den Iran zum Einlenken zu bewegen und die Stra\u00dfe von Hormus \u2013 eine Schl\u00fcsselroute f\u00fcr den globalen \u00d6ltransport \u2013 wieder zu \u00f6ffnen. F\u00fcr die M\u00e4rkte entscheidet sich alles daran, ob es zu einem Deal kommt oder zur Eskalation.<\/p>\n<h2>Steigende \u00d6lpreise mit gro\u00dfen Folgen<\/h2>\n<p>F\u00fcr Volkswagen haben anhaltend hohe oder weiter steigende \u00d6lpreise zwei zentrale Folgen. Erstens steigen die Produktions- und Logistikkosten. H\u00f6here Preise f\u00fcr \u00d6l und Gas verteuern die Fertigung sp\u00fcrbar. Brent legte allein im M\u00e4rz um 43 Prozent zu, im April kamen weitere rund 7 Prozent hinzu. Gleichzeitig gef\u00e4hrdet die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus die globale Versorgung und treibt Frachtraten sowie Versicherungspr\u00e4mien nach oben. Auch Vorprodukte wie Kunststoffe und D\u00fcngemittel werden teurer und belasten die gesamte Lieferkette. Gerade bei D\u00fcngemitteln bestehen indirekte Verbindungen zur Automobilindustrie, etwa \u00fcber Ammoniak und AdBlue sowie \u00fcber Biokunststoffe und Textilien.<\/p>\n<p>Zweitens leidet die Nachfrage. In Deutschland sind die Preise f\u00fcr Diesel und Benzin zuletzt deutlich gestiegen, teils auf Rekordniveau. Das d\u00e4mpft die Kauflaune, insbesondere bei Verbrennermodellen. Gleichzeitig treiben h\u00f6here Energiepreise die Inflation an und schr\u00e4nken den Spielraum der Zentralbanken ein. Eine Anhebung der Leitzinsen durch die EZB wird aufgrund der aktuellen Marktlage zunehmend wahrscheinlicher, was Autokredite und Leasingraten f\u00fcr Kunden verteuern w\u00fcrde. Hinzu kommt die allgemeine Unsicherheit durch den Konflikt, die viele Konsumenten dazu bewegen k\u00f6nnte, gr\u00f6\u00dfere Anschaffungen aufzuschieben.<\/p>\n<h2>VW war bereits vor dem Iran-Konflikt angeschlagen<\/h2>\n<p>Damit trifft der Iran-Konflikt Volkswagen in einer ohnehin schwierigen Phase und wirkt wie ein zus\u00e4tzlicher Belastungsfaktor f\u00fcr bestehende Probleme. Die operative Marge der Kernmarken ist 2025 auf 2,8 Prozent gefallen und liegt damit deutlich unter den Erwartungen. In China verliert VW weiter Marktanteile an lokale Wettbewerber wie BYD und Geely, die bei Elektroautos technologisch und preislich voraus sind. Gleichzeitig belasten geopolitische Risiken, h\u00f6here US-Z\u00f6lle und W\u00e4hrungseffekte das Gesch\u00e4ft in Nordamerika.<\/p>\n<p>Hinzu kommen hohe Restrukturierungskosten. Der Konzern plant bis 2030 den Abbau von rund 50.000 Stellen und will die Kosten bis 2028 um 20 Prozent senken. Auch die Transformation zur Elektromobilit\u00e4t verl\u00e4uft langsamer und teurer als geplant, w\u00e4hrend die Nachfrage nach E-Autos in Europa und den USA zuletzt schw\u00e4chelt. Unterm Strich wird klar, dass externer Druck durch steigende Energiepreise und geopolitische Risiken auf interne strukturelle Herausforderungen trifft \u2013 eine Kombination, die die Lage f\u00fcr Volkswagen deutlich versch\u00e4rft.<\/p>\n<h2>Niedrige Bewertung, aber schwache Marge<\/h2>\n<p>Im Vergleich mit BMW, Mercedes-Benz, Tesla, General Motors und Ford f\u00e4llt vor allem eines auf: Volkswagen ist mit einem Forward-KGV von 4,2 am niedrigsten bewertet. Auf den ersten Blick wirkt der Abstand zum Durchschnitt von 34,2 enorm, allerdings wird dieser stark durch Tesla verzerrt, der E-Autobauer sticht mit einem Multiplikator von 171,4 heraus. Ohne Tesla liegt der Schnitt nur bei 6,7.<\/p>\n<p>Damit bewegt sich VW klar am unteren Ende der Bewertungsspanne und wird vom Markt mit einem deutlichen Abschlag gehandelt. Das spricht zwar f\u00fcr eine g\u00fcnstige Bewertung, gleichzeitig zeigt es aber auch, dass der Markt h\u00f6here Risiken und schw\u00e4chere Perspektiven einpreist. Niedrig bewertet hei\u00dft hier also nicht automatisch attraktiv.<\/p>\n<p>Beim Blick auf die Profitabilit\u00e4t relativiert sich das Bild etwas. Volkswagen kommt auf eine EBIT-Marge von 4,1 Prozent auf Basis der letzten zw\u00f6lf Monate, bei einem Durchschnitt von 4,6 Prozent. Damit liegt VW leicht darunter, aber nicht dramatisch. Deutlich st\u00e4rker sind BMW mit 7,4 Prozent und General Motors mit 6,2 Prozent. Tesla erreicht 4,6 Prozent und liegt damit nur im Durchschnitt \u2013 ein klarer Margenvorteil ist hier nicht erkennbar. Ford f\u00e4llt mit \u22120,3 Prozent aus dem Rahmen und schreibt aktuell Verluste.<\/p>\n<p>Insgesamt bewegen sich die meisten Hersteller in einer relativ engen Spanne, VW geh\u00f6rt dabei zum unteren Mittelfeld. Unterm Strich ergibt sich ein klares Bild. Volkswagen ist niedrig bewertet, aber nur durchschnittlich profitabel. Genau diese Kombination erkl\u00e4rt den Abschlag, der Markt zweifelt an der Qualit\u00e4t und Nachhaltigkeit der Margen.<\/p>\n<h2>Zwei wichtige Abfangzonen<\/h2>\n<p>Am Dienstagnachmittag zeigt sich die VW-Aktie nach dem langen Osterwochenende leicht schw\u00e4cher, ein Minus von rund 1 Prozent bei einem Kurs von 86,50 Euro. Damit n\u00e4hert sich der Kurs wieder zwei wichtigen Zonen. Zun\u00e4chst r\u00fcckt das Fair Value Gap zwischen 83,80 und 85,00 Euro in den Fokus. Diese Zone hat bereits zweimal als Auffangbereich gedient, zuletzt im M\u00e4rz und zuvor im April 2025. Etwas darunter liegt die runde Marke von 80 Euro, die zuletzt im November 2024 erreicht wurde und zugleich das Tief aus dem Corona-Ausverkauf 2022 markiert.<\/p>\n<p>Sollten diese Bereiche bei erneutem Verkaufsdruck nicht halten, k\u00f6nnte eine deutliche Beschleunigung der Abw\u00e4rtsbewegung drohen. F\u00fcr eine nachhaltige Verbesserung der mittelfristigen Lage w\u00e4re hingegen ein Ausbruch \u00fcber den Widerstandsbereich zwischen 103 und 110 Euro notwendig. Dort wurden die K\u00e4ufer seit 2024 mehrfach ausgebremst. Eine R\u00fcckkehr \u00fcber die 20-Wochen-Linie k\u00f6nnte die Chancen auf einen solchen Test erh\u00f6hen. Der gleitende Durchschnitt verl\u00e4uft aktuell bei rund 95 Euro, kurzfristig behalten damit weiterhin die Verk\u00e4ufer die Oberhand.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-1252401\" src=\"https:\/\/www.etoro.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Screenshot-2026-04-07-Volkswagen-300x97.png\" alt=\"\" width=\"1379\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/www.etoro.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Screenshot-2026-04-07-Volkswagen-300x97.png 300w, https:\/\/www.etoro.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Screenshot-2026-04-07-Volkswagen-1024x330.png 1024w, https:\/\/www.etoro.com\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Screenshot-2026-04-07-Volkswagen-768x247.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1379px) 100vw, 1379px\" \/><\/p>\n<p><i>VW im Wochenchart. Quelle: eToro<\/i><\/p>\n<h2>Makro-Entspannung notwendig<\/h2>\n<p>Volkswagen steht unter doppeltem Druck durch geopolitische Risiken und strukturelle Schw\u00e4chen. Trotz niedriger Bewertung fehlen klare Wachstumssignale, und auch technisch bleibt die Lage angespannt. Ohne Entspannung am \u00d6lmarkt und in der Geopolitik bleibt die Aktie anf\u00e4llig f\u00fcr weitere R\u00fccksetzer. Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht in Sicht \u2013 k\u00f6nnte aber schnell einsetzen, wenn es im Iran-Konflikt zu echten Fortschritten kommt. Das w\u00fcrde die allgemeine Makro-Lage entspannen, die internen Herausforderungen jedoch nur teils l\u00f6sen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Mitteilung dient ausschlie\u00dflich zu Informations- und Bildungszwecken und darf nicht als Anlageberatung, pers\u00f6nliche Empfehlung oder als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten verstanden werden. Dieses Material wurde ohne Ber\u00fccksichtigung der spezifischen Anlageziele oder der finanziellen Situation eines bestimmten Empf\u00e4ngers erstellt. Es entspricht nicht den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen zur F\u00f6rderung unabh\u00e4ngiger Analysen. Jegliche Hinweise auf die vergangene oder zuk\u00fcnftige Performance eines Finanzinstruments, Index oder eines Anlageprodukts sind keine verl\u00e4sslichen Indikatoren f\u00fcr zuk\u00fcnftige Ergebnisse und d\u00fcrfen daher nicht als solche betrachtet werden. eToro \u00fcbernimmt keine Gew\u00e4hr f\u00fcr die Richtigkeit oder Vollst\u00e4ndigkeit des Inhalts dieser Ver\u00f6ffentlichung und schlie\u00dft jegliche Haftung daf\u00fcr aus.<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Iran-Konflikt und die stark gestiegenen \u00d6lpreise setzen Volkswagen zunehmend unter Druck. Als zyklisches Unternehmen reagiert der Konzern besonders sensibel auf geopolitische Spannungen und h\u00f6here Energiekosten. Trump mit neuer Deadline Zus\u00e4tzliche Brisanz bringt die politische Lage. Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum gestellt. 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