Wir haben unsere Analysten gebeten, die wichtigsten Investmenttrends für 2026 zu analysieren und einzuschätzen, welche Anlageklassen von veränderten Marktdynamiken profitieren könnten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen ihre Top-Einschätzungen für die nächsten 12 Monate.

Mati Ben Alons Top-Empfehlung für 2026

Der US-Wohnungsbau zählt zu den zyklischsten Bereichen des Marktes. Mit Blick auf das Jahr 2026 befindet sich der Sektor an einer spannenden Schnittstelle zwischen Geldpolitik, Angebotsknappheit und aufgeschobener Nachfrage. Der SPDR S&P Homebuilders ETF (XHB) bietet ein breites Engagement in diesem potenziellen Wendepunkt.

Wendepunkt im Zinszyklus: Der Wohnungsbau reagiert besonders sensibel auf Zinsveränderungen. Sollte die US-Notenbank ihren Zinssenkungszyklus – selbst in moderatem Tempo – fortsetzen, verbessert sich die Erschwinglichkeit von Hypotheken zumindest schrittweise. Historisch reagiert die Bautätigkeit weniger auf absolut niedrige Zinsen als vielmehr auf eine abnehmende Unsicherheit hinsichtlich der Zinsentwicklung, was Raum für eine Erholung von Stimmung und Volumen schafft.

Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage: Die USA leiden nach Jahren unzureichender Bautätigkeit weiterhin unter einem strukturellen Wohnungsmangel. Haushaltsgründungen und demografisch bedingte Nachfrage bleiben stabil, während das Angebot begrenzt ist. Dieses Ungleichgewicht bedeutet, dass bereits moderate Verbesserungen der Erschwinglichkeit zu spürbaren Aktivitätsanstiegen führen können.

Zyklische Chance: Aktien von Wohnungsbauunternehmen werden häufig neu bewertet, noch bevor sich Verbesserungen in den makroökonomischen Daten widerspiegeln. Die aktuellen Bewertungen deuten eher auf Zurückhaltung als auf eine Normalisierung hin und eröffnen Anlegern die Möglichkeit, sich frühzeitig zu positionieren, bevor sich der Zyklus vollständig dreht.

Risikofaktoren: Sollten sich Zinssenkungen verzögern oder die Inflation erneut anziehen, könnten Belastungen bei der Erschwinglichkeit bestehen bleiben. Auch eine breitere wirtschaftliche Abschwächung könnte die Nachfrage dämpfen. Mati ist jedoch der Ansicht, dass das aktuelle Umfeld eher von zyklischer Zurückhaltung als von Übertreibungen geprägt ist.

Mati Ben Alon, Chefredakteur, eToro

Lale Akoners Top-Empfehlung für 2026

Lale Akoner sieht in der PNC Financial Services Group eine seltene Kombination für das Jahr 2026: widerstandsfähige Margen, zunehmende Dynamik im Gebührenbereich, stabilisierende Kreditqualität und steigende Kapitalrenditen – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Investoren Regionalbanken noch immer durch eine überholte Zinssenkungs-Perspektive bewerten.

Zinsdynamik: Mit Blick auf 2026 verbessert sich das Umfeld für Regionalbanken, da kurzfristige Zinsen voraussichtlich schneller sinken als langfristige. Diese Entwicklung führt zu einer steileren Zinskurve, was klassische Kreditinstitute begünstigt: Die Kosten für Einlagen sinken, während Kreditrenditen vergleichsweise stabil bleiben. Gleichzeitig laufen viele Kredite aus der Niedrigzinsphase aus und werden durch höher verzinste Engagements ersetzt.

Bilanzstärke: PNC startet mit einer der robustesten Bilanzen im Sektor in das Jahr 2026. Das Management rechnet mit einem eigenständigen Wachstum der Nettozinserträge von rund 1 Mrd. US-Dollar beziehungsweise etwa 7 %, getragen durch die Neubewertung festverzinslicher Vermögenswerte, sinkende Einlagenkosten und moderates Kreditwachstum.

Zudem verbessert sich das zyklische Umfeld. Die Aktivität an den Kapitalmärkten nimmt insbesondere im Mittelstandssegment wieder zu – einem Bereich, in dem PNC stark positioniert ist. Das Treasury-Management bleibt ein zentraler Differenzierungsfaktor und sorgt für stetiges Gebührenwachstum sowie eine stärkere Diversifizierung der Ertragsquellen.

Wachstum, Kapitalrückführung und Optionalität: Die geplante Übernahme von FirstBank, deren Abschluss Anfang 2026 erwartet wird, erweitert die Präsenz von PNC in dynamisch wachsenden westlichen US-Märkten. Kurzfristig dürfte die Transaktion ergebnisneutral sein, langfristig jedoch wertsteigernd wirken. Dank solider Kapitalquoten und regulatorischer Puffer verfügt PNC zudem über erheblichen Spielraum für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe.

Risikofaktoren: Einige Analysen weisen darauf hin, dass der Anteil notleidender Kredite (NPL) bei PNC höher liegt als bei manchen Wettbewerbern, was auf ein potenziell risikoreicheres Kreditportfolio hindeuten könnte.

Lale Akoner, Analystin für Vermögensverwaltung und Marktstrategin, eToro

Javier Molinas Top-Empfehlung für 2026

Ethereum (ETH) bleibt ein zentraler Baustein der digitalen Markttransformation und hebt sich als Vermögenswert hervor, der innerhalb des Krypto- und Digital-Asset-Universums überdurchschnittliches Potenzial aufweist.

Attraktive Bewertung: Trotz jüngster Marktkorrekturen wird Ethereum gemessen an seiner On-Chain-Aktivität, den Netzwerkeinnahmen und der Staking-Rendite mit einem relativen Abschlag gehandelt. Mit über 35 Millionen gestakten ETH und einer anhaltend deflationären Nettoemission fungiert Ethereum zugleich als produktiver und knapper Vermögenswert.

Wachstumsaussichten: Das Ethereum-Ökosystem entwickelt sich zunehmend über den DeFi-Bereich hinaus und gewinnt an Bedeutung bei der Tokenisierung realer Vermögenswerte sowie beim Aufbau institutioneller Infrastruktur. Die Integration von Stablecoins, Layer-2-Lösungen und tokenisierten Fonds positioniert Ethereum als Rückgrat digitaler Kapitalmärkte. Die langfristigen Fundamentaldaten bleiben stark und werden durch zunehmende institutionelle Akzeptanz gestützt.

Führend beim Übergang: Ethereum treibt die Konvergenz zwischen traditionellem Finanzsystem und Blockchain-Infrastruktur maßgeblich voran. Tokenisierte Fonds, Stablecoin-Abwicklungen auf Ethereum sowie die zunehmende regulatorische Einbindung festigen seine Rolle als Referenzprotokoll der finanziellen Digitalisierung.

Risikofaktoren: Kurzfristig bleibt Ethereum anfällig für Liquiditätszyklen, makroökonomische Straffungen und eine erhöhte Risikoaversion der Anleger. Zudem könnte der Wettbewerb durch andere skalierbare Blockchains die relative Bewertung belasten. Dennoch bleibt das strukturelle Narrativ – Tokenisierung, reale Renditen und institutionelle Integration – intakt und unterstreicht Ethereums Charakter als langfristiger Vermögenswert.

Javier Molina, Analyst für Kapitalmärkte & digitale Vermögenswerte, eToro

Neža Molks Top-Empfehlung für 2026

Neža erwartet für 2026 eine solide Entwicklung des Finanzsektors, da Banken, Zahlungsdienstleister und diversifizierte Finanzunternehmen weiterhin von stabiler wirtschaftlicher Aktivität profitieren. Der Financial Select Sector Index bietet Anlegern breiten Zugang zu führenden US-Finanzunternehmen.

Verborgene Stärke: Während Technologie- und KI-Themen oft im Fokus stehen, werden Finanzunternehmen trotz ihrer zentralen Rolle häufig unterschätzt. Marktführer wie JPMorgan Chase & Co (JPM), Bank of America (BAC) und Wells Fargo & Co (WFC) profitieren von Skaleneffekten, starken Bilanzen und wiederkehrenden Erträgen.

Makroökonomischer Ausblick: Finanzwerte schneiden typischerweise gut ab, wenn die wirtschaftliche Aktivität robust bleibt. Selbst in einem Umfeld länger anhaltend hoher Zinsen können Erträge über Nettozinserträge, Zahlungsvolumen, Handelsaktivitäten und Vermögensverwaltungsgebühren erzielt werden.

Strukturelle Trends: Der Index, abgebildet durch den Financial Select Sector SPDR ETF (XLF), umfasst nicht nur klassische Banken. Unternehmen wie Visa Inc. Class A (V), Mastercard Incorporated Class A (MA) und American Express Co (AXP) spiegeln den langfristigen Trend hin zu digitalen Zahlungsprozessen wider. Gleichzeitig bieten Unternehmen wie Berkshire Hathaway Inc. Class B (BRK.B) ein Engagement in den Bereichen Versicherung und diversifizierte Finanzaktivitäten.

Risikofaktoren: Der Finanzsektor bleibt zyklisch. Eine Abschwächung der Konjunktur, steigende Kreditausfälle oder regulatorische Eingriffe könnten die Ertragslage belasten.

Neža Molk, Analystin, eToro

Jakub Rochlitz’ Top-Empfehlungen für 2026

Die SaaS-Branche bietet aus Jakubs Sicht besonders attraktive Chancen für 2026. Mit dem Eintritt in die dritte Phase der KI-Revolution – der Integration von KI in bestehende Softwarelösungen – dürften etablierte Anbieter profitieren.

Struktureller Wandel: Während sich die Stimmung im Hardware- und Cloud-Bereich aufgrund von Überkapazitäten eintrübt, wirken dieselben Faktoren zugunsten von Softwareunternehmen.

Kostenvorteile: Für SaaS-Anbieter stellt Rechenleistung einen Inputfaktor dar. Sinkende Kosten erhöhen die Wirtschaftlichkeit KI-gestützter Anwendungen und erweitern die Einsatzmöglichkeiten.

Potenzielle Aktien: Salesforce (CRM) bleibt als Pionier des SaaS-Modells mit über 20 % Marktanteil im globalen CRM-Markt strategisch gut positioniert. 

Salesforce kann mithilfe seiner etablierten „Land-and-Expand“-Strategie und einer eng verzahnten Produktsuite KI-Funktionen effizient in bestehende Workflows integrieren. Das eröffnet Potenzial für Margenverbesserungen, zusätzliche wiederkehrende Umsätze und eine vertiefte Kundenbindung.

Risikofaktoren: Trotz wiederkehrender Einnahmen ist der SaaS-Sektor zyklisch und kann in wirtschaftlichen Abschwungphasen unter Druck geraten.

Jakub Rochlitz, Analyst, eToro

Bogdan Maioreanus Top-Empfehlungen für 2026

Micron Technology profitiert vom beschleunigten globalen Ausbau von KI-Infrastruktur, Rechenzentren und Hochleistungscomputing. Nachdem sich der Aktienkurs im Jahr 2025 bereits verdreifacht hat, könnte 2026 einen strukturellen Wendepunkt in der Speichernachfrage markieren. Das stärkt Microns Wettbewerbsposition insbesondere im Bereich High-Bandwidth Memory (HBM).

Strategische Positionierung: Micron (MU) fungiert als wesentlicher Ausrüster der KI-Revolution und liefert essenzielle Speicher- und Storage-Lösungen an führende Unternehmen wie NVIDIA und AMD. Das Unternehmen hat sich als einer von lediglich drei globalen Herstellern von High-Bandwidth Memory etabliert. Die hohe technologische Komplexität sowie der enorme Kapitalbedarf dieses Segments schaffen erhebliche Markteintrittsbarrieren und führen zu einer oligopolartigen Marktstruktur, die Microns Preissetzungsmacht stärkt.

Starkes Wachstumsprofil: Die finanzielle Entwicklung von Micron hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 57 % auf 13,64 Mrd. US-Dollar. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie belief sich auf 4,78 US-Dollar, was einem Anstieg von 167 % entspricht und die Markterwartungen übertraf. Die Prognose für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 sieht ein Umsatzwachstum von 132 % gegenüber dem Vorjahr vor.

Der HBM-Markt selbst soll von rund 35 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Mrd. US-Dollar im Jahr 2028 wachsen. Diese Dynamik, kombiniert mit der zunehmenden Ertragsstabilität, könnte das Marktverhalten nachhaltig beeinflussen und das Interesse der Investoren weiter verstärken.

Operative Stärke: Die steigende Nachfrage sowie ein vorteilhafter Produktmix haben die Bruttomargen auf 57 % ausgeweitet und zeigen, dass Micron steigende Umsätze effektiv in Ergebniswachstum umsetzen kann. Die strategische Neuausrichtung weg von commoditisierten Endverbrauchermärkten hin zu hochmargigem KI-Speicher hat die Profitabilität grundlegend verbessert. Alle vier Geschäftssegmente verzeichneten zuletzt zweistellige Umsatzwachstumsraten sowie operative Margen zwischen 36 % und 55 %, je nach Segment.

Risikofaktoren: Zu den zentralen Risiken zählt die ausgeprägte Zyklik der Speicher-Halbleiterindustrie, die historisch nach Phasen knappen Angebots deutliche Abschwünge erlebt hat. Geopolitische Spannungen und Handelsbeschränkungen stellen zusätzliche Risiken für die Lieferketten dar. Zudem bleibt das Risiko einer hohen Kundenkonzentration bestehen, insbesondere aufgrund der dominanten Stellung von NVIDIA im Markt für KI-Beschleuniger. Technologische Umbrüche – etwa durch den Einsatz von Co-Packaged Optics oder alternativer Speicherarchitekturen – könnten die Marktposition von HBM langfristig unter Druck setzen.

Bogdan Maioreanu, Marktanalyst, eToro

Maximilian Wienkes Top-Empfehlung für 2026

Broadcom Inc. bleibt ein zentraler Akteur im Bereich KI-Infrastruktur mit starken Wachstumsperspektiven. Das Unternehmen steht im Mittelpunkt des globalen KI-Booms und profitiert direkt von der stark steigenden Nachfrage nach Rechenleistung.

KI-Wachstum: Die Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Beschleunigern sowie nach KI-optimierten Ethernet-Switches bleibt auch 2026 sehr hoch und wächst sogar weiter. Mit strategischen Großkunden wie OpenAI, Google und Anthropic ist Broadcom tief in den Ausbau kritischer KI-Infrastruktur eingebunden. Für das erste Quartal 2026 wird erwartet, dass sich die KI-Umsätze im Jahresvergleich verdoppeln, was die anhaltende Dynamik des Geschäfts unterstreicht.

Diversifikation: Broadcom (AVGO) hebt sich durch besonders hohe Margen im KI-Chip-Segment hervor, die über denen vieler Wettbewerber liegen. Dank der breiten Aufstellung in den Bereichen Halbleiter, Netzwerktechnologie, Software und Infrastruktur ist das Unternehmen deutlich diversifizierter und weniger anfällig als reine Chipdesigner.

Im direkten Vergleich erscheint Broadcom stabiler als Unternehmen wie Oracle, das unter hohem Investitionsdruck steht. Zwar liegt Broadcom noch hinter NVIDIA zurück, verfügt jedoch über erhebliches Aufholpotenzial – insbesondere aufgrund seiner führenden Rolle bei maßgeschneiderten KI-Beschleunigern.

Starke Cashflows: Broadcom ist ein ausgeprägtes Cashflow-Unternehmen. Dividenden, Aktienrückkäufe und Investitionen können aus eigener Kraft finanziert werden. Die Dividende wurde seit 15 Jahren kontinuierlich erhöht, was die finanzielle Disziplin und Stärke des Unternehmens unterstreicht.

Risikofaktoren: Die aktuell sehr optimistische Marktstimmung rund um KI-Aktien, einschließlich Broadcom, birgt das Risiko einer Überbewertung. Eine Marktkorrektur oder ein sogenanntes „De-Rating“ könnte den Aktienkurs kurzfristig deutlich belasten.

Maximilian Wienke, Marktanalyst, eToro

Jean-Paul van Oudheusdens Top-Empfehlung für 2026

Amphenol (APH) ist ein häufig unterschätzter Profiteur des beschleunigten globalen Ausbaus von KI-Infrastruktur, Rechenzentren, Elektrifizierung und digitaler Konnektivität. Trotz der bereits starken jüngsten Entwicklung erscheinen die Markterwartungen für 2026 weiterhin zu konservativ.

Strategische Positionierung: Amphenol agiert als klassischer „Picks-and-Shovels“-Anbieter der digitalen Wirtschaft und liefert essentielle Steckverbinder, Kabel, Sensoren und Antennen. Die Produkte kommen unter anderem in KI-Rechenzentren, Hochgeschwindigkeitsnetzwerken, Verteidigungselektronik, Industrieautomation und Energieinfrastruktur zum Einsatz. Dadurch ist das Unternehmen breit aufgestellt, ohne von einzelnen Endprodukten oder Kunden abhängig zu sein.

Starkes Wachstumsprofil: In den vergangenen zehn Jahren erzielte Amphenol ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 10 % pro Jahr, bei noch schnellerem Gewinnwachstum. Dieses wurde sowohl durch organisches Wachstum als auch durch eine äußerst erfolgreiche Akquisitionsstrategie getragen. Für 2026 wird bei Amphenol ein Umsatzwachstum von rund 50 % erwartet. Während der Markt für 2026 von einer deutlichen Abschwächung ausgeht, könnten anhaltende Investitionen in KI, Elektrifizierung und Automatisierung zu höheren Umsätzen und Gewinnen führen als derzeit angenommen.

Operative Stärke und Monetarisierung: Die starke Nachfrage sowie ein vorteilhafter Produktmix haben die Bruttomargen deutlich über die historischen Durchschnittswerte gehoben. Gleichzeitig bleiben operative Margen und Free Cashflow robust. Dank einer breiten Kundenbasis, einer soliden Bilanz und hoher operativer Umsetzungskompetenz ist Amphenol gut positioniert, strukturelle Wachstumstrends in nachhaltiges Gewinnwachstum umzuwandeln. Bei einem Basisszenario von rund 25 % Gewinnwachstum könnte der Aktienkurs bis Ende 2026 auf etwa 160 US-Dollar steigen.

Risikofaktoren: Zu den Risiken zählen eine zyklische Abschwächung in den Endmärkten, Preisdruck bei stärker standardisierten Produkten, geopolitische Störungen der Lieferketten sowie Integrationsrisiken bei größeren Übernahmen. Langfristig könnten neue Technologien und Marktteilnehmer – etwa Co-Packaged Optics – einzelne Bereiche des Verbindungstechnik-Marktes verändern.

Jean-Paul van Oudheusden, Marktanalyst, eToro

Antoine Fraysse-Souliers Top-Empfehlung für 2026

Nexans ist der weltweit zweitgrößte Anbieter von Kabellösungen und in den Bereichen Hochspannungskabel, Energie, Offshore-Anwendungen, Übertragungs- und Verteilnetze sowie Smart-Grid-Infrastruktur tätig. Das Unternehmen ist ein reiner Profiteur der Elektrifizierung und hat sein Geschäftsmodell seit 2018 konsequent auf wertorientiertes Wachstum ausgerichtet.

Struktureller Wandel: In Europa gewinnt die Reindustrialisierung an Fahrt, unterstützt durch staatliche Investitionsprogramme, insbesondere in Deutschland. Der tatsächliche Produktionsstart vieler Infrastrukturprojekte – etwa im Bereich Stromnetze, Verkehr und digitale Infrastruktur – dürfte ab 2026 erfolgen. Nexans bietet Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektrifizierung und profitiert damit direkt von zentralen Megatrends wie Energiewende, Netzmodernisierung, Hochspannungsinfrastruktur, europäischen Interkonnektoren und industrieller Elektrifizierung.

Wachstumsausblick: Nexans verzeichnet in seinen höherwertigen Elektrifizierungssegmenten ein anhaltend starkes organisches Wachstum von 9,4 % (Q1–Q3 2025). Der Auftragsbestand bietet Planungssicherheit bis 2028. Die aktuelle Bewertung spiegelt diese verbesserte Nachfrage- und Ergebnissicht noch nicht wider.

Relative Bewertung: Der Elektrifizierungszyklus dürfte ein jährliches organisches Wachstum von 9 % bis 12 % ermöglichen. Für 2026 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 erwartet. Zum Vergleich: Der direkte Wettbewerber Prysmian wird mit einem KGV von etwa 21 bewertet, was auf Bewertungsaufholpotenzial bei Nexans hindeutet.

Risikofaktoren: Verzögerungen bei Großprojekten – wie etwa beim Great Sea Interconnector – können kurzfristig auf den Aktienkurs drücken und verdeutlichen die operativen Risiken sehr großer Infrastrukturvorhaben. Zudem ist Kupfer ein strategisch zentraler Rohstoff für Nexans, sodass Preisvolatilität und Angebotsengpässe von Kupfer die Margen beeinflussen können.Antoine Fraysse-Soulier, Marktanalyst, eToro


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Quellen

Die Daten stammen vom 5. Januar 2026

Mati
US housing shortage: https://privatebank.jpmorgan.com/nam/en/insights/markets-and-investing/tmt/a-shortage-of-supply-the-housing-market-explained

Lale
7% Growth: https://www.theglobeandmail.com/investing/markets/stocks/PNC/pressreleases/33481588/pnc-financial-services-reports-robust-earnings-growth/

Javier
Amount of ETH staked: https://www.coinbase.com/en-gb/earn/staking/ethereum

Jakub
+20% market share: https://www.salesforce.com/news/stories/idc-crm-market-share-ranking-2025/

Maximilian
AI Growth: https://finance.yahoo.com/news/market-may-underestimating-ai-trend-005500616.html
Dividend over 15 years: https://investors.broadcom.com/news-releases/news-release-details/broadcom-inc-announces-fourth-quarter-and-fiscal-year-2025

Jean-Paul
2025 sales growth of 50%: https://investors.amphenol.com/news-and-events/news-details/2025/Amphenol-Reports-Record-Third-Quarter-2025-Results-and-Announces-Dividend-Increase/
10 year sales growth: https://www.marketscreener.com/quote/stock/AMPHENOL-CORPORATION-11668/news/Amphenol-Corporation-A-century-of-growth-47771630/
10 year earnings growth: Annual revenue increased by 270% between 2015-2025 ($5569m to $15223m). As per https://www.macrotrends.net/stocks/charts/APH/amphenol/revenue

25% profit growth: Analysts own theoretical projection

Antoine
Organic growth 9.4%: https://www.nexans.com/regulated-informations/q3-2025-financial-information-press-release/
9% – 12% in electrification: https://www.nexans.com/app/uploads/2025/10/2025-10-23-presentation-9m-2025-nexans-financial-information.pdf
P/E ratio x16: https://www.marketscreener.com/quote/stock/NEXANS-4676/valuation/
Prysmian P/E 20.5 rounded up to 21: https://uk.marketscreener.com/quote/stock/PRYSMIAN-S-P-A-252187/finances/