KI-Aktien mit Wachstumspotenzial für 2026

Wer für 2026 nach geeigneten KI-Aktien sucht, trifft auf einen Markt, der seine frühe Experimentierphase hinter sich lässt. Nachdem die Jahre 2024 und 2025 vor allem vom massiven Ausbau der Hardware-Infrastruktur geprägt waren, markiert 2026 den Übergang in eine neue Phase: den operativen Einsatz von künstlicher Intelligenz im großen Maßstab.

Im Mittelpunkt stehen nun weniger Ankündigungen und Pilotprojekte, sondern die konkrete Umsetzung – etwa die Monetarisierung von Software, der Einsatz spezialisierter Chips und der Hochlauf moderner Fertigungstechnologien. Gleichzeitig rücken Kapitalausgaben, Effizienz und die globale Aufstellung von Unternehmen stärker in den Fokus, da sich Zinsen stabilisieren und der Inflationsdruck nachlässt.

SAP (SAP)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

SAP ist das größte Softwareunternehmen Europas und nimmt im Bereich der sogenannten „Business AI“ eine zentrale Rolle ein. Der Konzern integriert Künstliche Intelligenz direkt in seine ERP-Systeme und verankert intelligente Funktionen damit tief in den operativen Abläufen von Unternehmen.

  • KI-Copilot Joule: Mit dem KI-Assistenten Joule etabliert SAP eine einheitliche Benutzeroberfläche für Millionen von Anwendern. Joule unterstützt und automatisiert Prozesse in Bereichen wie Finanzen, Personalwesen und Lieferkettenmanagement.
  • Cloud-Migration als Wachstumsthema: Im Jahr 2026 gewinnen exklusive KI-Funktionen in der Cloud weiter an Bedeutung. Sie beschleunigen die Migration bestehender Kunden von klassischen On-Premise-Lösungen hin zu cloudbasierten Plattformen.
  • Starke Position in Europa: SAP profitiert von seiner engen Verankerung in der europäischen Industrie. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit komplexen regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Geschäftsprozessen.
  • Effizienz und Margenentwicklung: Der verstärkte Einsatz von KI in der eigenen Softwareentwicklung dürfte zu Effizienzgewinnen beitragen und sich positiv auf die operativen Margen auswirken.
  • Risikofaktoren: Verzögerungen bei umfangreichen Cloud-Migrationsprojekten stellen ein zentrales Risiko dar. Solche Verschiebungen können das kurzfristige Umsatzwachstum beeinflussen.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Das ist keine Anlageberatung.

NVIDIA (NVDA)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

NVIDIA startet in das Jahr 2026 mit seiner Blackwell-Architektur in voller Serienproduktion, nachdem das Unternehmen Ende 2025 Rekordergebnisse erzielt hat. Die neue Plattform dürfte insbesondere die Trainingszeiten großer KI-Modelle deutlich verkürzen und damit Forschung, Entwicklung und produktive Anwendungen beschleunigen.

  • Rekordumsätze: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erzielte NVIDIA einen Umsatz von 57 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 62 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Haupttreiber war erneut das Data-Center-Segment.
  • Anhaltend hohe Nachfrage: CEO Jensen Huang verweist darauf, dass Cloud-GPUs weiterhin stark nachgefragt und vielerorts ausverkauft sind. Sowohl das Training als auch der Einsatz von KI-Modellen verzeichnen branchenübergreifend starkes Wachstum.
  • Langfristige Infrastruktur-Partnerschaften: Strategische Kooperationen, darunter ein Infrastruktur-Abkommen über 10 Gigawatt mit OpenAI, sichern die Nachfrage nach NVIDIAs integrierter Hardware- und Softwareplattform über mehrere Jahre hinweg ab.
  • Ausbau von AI Factories und Sovereign AI: NVIDIA investiert verstärkt in sogenannte „KI-Fabriken“ sowie staatliche KI-Infrastrukturprojekte. Milliardeninvestitionen in Ländern wie Großbritannien und Japan zielen auf den Aufbau lokaler Rechenzentrums- und KI-Kapazitäten ab.
  • Erweiterung über GPUs hinaus: Mit der Einführung von Spectrum-X-Ethernet-Netzwerklösungen erweitert NVIDIA seine Position im Rechenzentrums-Bereich. Die Technologie wird unter anderem von Meta und Microsoft eingesetzt und stärkt die Rolle des Unternehmens im Bereich Hochleistungsnetzwerkinfrastruktur.
  • Risikofaktoren: Die hohe Bewertung der Aktie bleibt ein zentraler Faktor für Investoren. Zudem besteht das Risiko, dass umfangreiche Vorabinvestitionen der Kunden zurückgefahren werden könnten, falls sich die erwarteten Renditen aus KI-Investitionen (ROI) verzögern.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Das ist keine Anlageberatung.

Alphabet (GOOGL)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Alphabet setzt seine starke Position im globalen Werbemarkt fort und erweitert parallel seine Aktivitäten in neue Geschäftsfelder. Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass sich einige dieser Initiativen erstmals spürbar auf die Ertragslage auswirken.

  • TPU als strategischer Umsatzhebel: Die hauseigenen Tensor Processing Units (TPUs) ermöglichen es Kunden seit 2018, KI-Infrastruktur ohne hohe Anfangsinvestitionen zu nutzen. Was ursprünglich als internes Werkzeug entwickelt wurde, hat sich zu einem wichtigen externen Wachstumstreiber für Google Cloud entwickelt.
  • Großauftrag von Anthropic: Ein umfassender Infrastrukturvertrag mit Anthropic über bis zu eine Million TPUs soll im Laufe des Jahres 2026 schrittweise umgesetzt werden. Das Volumen dieser Vereinbarung wird im zweistelligen Milliardenbereich verortet.
  • Integration von Gemini: Bis 2026 sollen Gemini 2.0 und nachfolgende Versionen vollständig in die Google-Suche sowie in die Workspace-Produkte integriert sein. Das könnte insbesondere das Wachstum abonnementbasierter Produktivitätslösungen unterstützen.
  • Vertikale Integration: Alphabet vereint Chipdesign, Cloud-Infrastruktur und KI-Modellentwicklung innerhalb eines Konzerns. Diese vertikale Integration ermöglicht eine höhere Wertschöpfungstiefe und potenziell bessere Margen als bei Wettbewerbern, die auf externe Hardware angewiesen sind.
  • Perspektive Hardware-as-a-Service: Analysten halten es für möglich, dass Alphabet TPUs künftig auch direkt an andere große Technologieunternehmen verkauft. Ein solcher Schritt würde ein neues Geschäftsmodell im Bereich „Hardware-as-a-Service“ eröffnen.
  • Finanzielle Stärke: Alphabet verfügt über eine der stärksten Bilanzen im Technologiesektor. Rund 100 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und marktfähigen Wertpapieren stehen lediglich etwa 20 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten gegenüber. Dadurch kann der Konzern jährliche Investitionen von über 100 Milliarden US-Dollar finanzieren, ohne die Bilanz wesentlich zu belasten.
  • Risikofaktoren: Zu den zentralen Risiken zählen kartellrechtliche Verfahren in den USA und Europa. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass KI-gestützte Suchergebnisse klassische Werbeformate teilweise verdrängen und damit bestehende Erlösquellen unter Druck geraten.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Das ist keine Anlageberatung.

ASML (ASML)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

ASML nimmt aufgrund seiner nahezu monopolartigen Stellung bei EUV-Lithografiesystemen eine Schlüsselrolle in der globalen Halbleiterindustrie ein. Diese Maschinen sind unverzichtbar für die Produktion der weltweit fortschrittlichsten Chips im Bereich von 2 Nanometern und darunter und machen ASML zu einem zentralen Akteur im KI-Ökosystem.

  • High-NA-EUV als Wendepunkt: Das Jahr 2026 gilt als entscheidend für die nächste Generation der EUV-Technologie. Mit dem Start der Serienfertigung von High-NA-EUV-Systemen (numerische Apertur 0,55) bei führenden Kunden wie Intel und TSMC beginnt eine neue Phase der Halbleiterproduktion.
  • Geopolitische Rahmenbedingungen: ASML hat zuletzt darauf hingewiesen, dass die Umsätze in China im Jahr 2026 aufgrund bestehender Exportkontrollen voraussichtlich zurückgehen werden. Diese Einschränkungen stellen weiterhin einen relevanten Einflussfaktor für die regionale Umsatzverteilung dar.
  • Starker Auftragsbestand außerhalb Chinas: Trotz rückläufiger China-Erlöse bleibt der Auftragsbestand in anderen Regionen robust. Treiber ist die sogenannte „Angström-Ära“, in der Chipentwickler verstärkt in modernste Fertigungstechnologien investieren, um ihre Prozessführerschaft auszubauen oder zurückzugewinnen.
  • Produktivitätsgewinne durch High-NA-EUV: Der Einsatz von High-NA-Systemen ermöglicht Single-Pass-Patterning, wodurch Produktionszyklen verkürzt und Defektraten reduziert werden können. Das ist insbesondere für die Fertigung leistungsfähiger KI-Beschleuniger von Bedeutung.
  • Langfristiger Umsatzpfad: Analysten erwarten, dass ASML bis 2030 einen Jahresumsatz von rund 44 bis 60 Milliarden Euro erreichen könnte. Das Jahr 2026 wird dabei als Startpunkt für diese nächste Wachstumsphase eingeordnet.
  • Risikofaktoren: Ein zentrales Risiko stellen die sehr hohen Kosten der High-NA-Systeme dar, die mit rund 350 Millionen US-Dollar pro Einheit veranschlagt werden. Sollten Halbleiterhersteller unter Margendruck geraten oder sich geopolitische Spannungen verschärfen, könnten Investitionsentscheidungen und Auftragseingänge verzögert werden.

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Amazon (AMZN)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Amazon befindet sich in einem außergewöhnlich umfangreichen Investitionszyklus. Für die Jahre 2025 und 2026 hat der Konzern Kapitalausgaben von rund 125 Milliarden US-Dollar vorgesehen, um seine Position im globalen Markt für KI-basierte Cloud-Infrastruktur weiter auszubauen.

  • KI-Infrastruktur für Behörden: Ein Teil dieser Investitionen entfällt auf spezielle KI-Rechenzentren für US-Regierungsbehörden. Amazon hat hierfür Ausgaben von bis zu 50 Milliarden US-Dollar angekündigt, wobei der Bau entsprechender Einrichtungen im Jahr 2026 beginnen soll.
  • Dynamik bei AWS: Analysten an der Wall Street gehen davon aus, dass sich das Umsatzwachstum von AWS (Amazon Web Services) im Jahr 2026 wieder auf über 20 % beschleunigen könnte. Treiber ist der Übergang generativer KI-Workloads von Pilotprojekten in den produktiven Einsatz.
  • Eigene KI-Chips: Mit den speziell entwickelten Chips Trainium und Inferentia bietet Amazon kostengünstigere Alternativen zu klassischen GPUs. Diese Lösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung bei Partnern wie Anthropic und stärken die Wettbewerbsposition von AWS.
  • Einsatz von KI im Handelsgeschäft: Auch außerhalb der Cloud nutzt Amazon Künstliche Intelligenz, insbesondere zur Optimierung der eigenen Logistik- und Lieferkettenprozesse. Ziel ist eine höhere operative Effizienz im globalen Einzelhandelsgeschäft.
  • Skalierung der Rechenzentrumsleistung: Schätzungen zufolge kann jedes zusätzliche Gigawatt an Rechenzentrumskapazität langfristig rund 3 Milliarden US-Dollar an jährlichen Erlösen generieren, was die wirtschaftliche Bedeutung des Infrastrukturausbaus unterstreicht.
  • Risikofaktoren: Zu den zentralen Risiken zählen die erhöhte Verschuldung zur Finanzierung dieses Investitionszyklus sowie der anhaltend intensive Wettbewerb durch andere große Cloud-Anbieter wie Microsoft Azure und Google Cloud.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Das ist keine Anlageberatung.

Micron (MU)

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Micron erzielte Ende 2025 die höchsten Umsätze seiner Unternehmensgeschichte und startet mit einem für das gesamte Jahr 2026 ausverkauften Angebot an High-Bandwidth Memory (HBM). Damit nimmt das Unternehmen eine zentrale Rolle in der Speicherinfrastruktur für KI-Anwendungen ein.

  • HBM4 als nächste Technologiestufe: Die nächste Generation HBM4 soll im zweiten Kalenderquartal 2026 mit hohen Erträgen in die Serienfertigung gehen. Erwartet werden branchenführende Geschwindigkeiten von bis zu 11 Gigabit pro Sekunde, was insbesondere für leistungsstarke KI-Beschleuniger relevant ist.
  • Wachsender HBM-Markt: Das Micron Management geht davon aus, dass der globale HBM-Markt bis 2028 ein Volumen von rund 100 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Dieser Meilenstein wird nun voraussichtlich rund zwei Jahre früher eintreten als ursprünglich angenommen.
  • Ausbau der Produktionskapazitäten: Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat Micron seine Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2026 auf etwa 20 Milliarden US-Dollar erhöht (zuvor 18 Milliarden). Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Fertigungskapazitäten in Idaho und New York.
  • Struktureller Nachfragewandel: Der zunehmende Einsatz von KI-Servern führt zu einem deutlich höheren Speicherbedarf im Vergleich zu klassischen Rechenzentrumsservern. Davon profitiert insbesondere die Nachfrage nach DDR5-Speicher sowie nach SSDs für Rechenzentren.
  • Fortschrittliche Fertigungstechnologien: Die neuen 1-Gamma-DRAM- und G9-NAND-Technologien sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu den wichtigsten Produktionstreibern werden und ermöglichen eine höhere Bit-Dichte sowie verbesserte Effizienz.
  • Risikofaktoren: Der Speichermarkt bleibt stark zyklisch. Zudem besteht das Risiko eines Überangebots, falls Wettbewerber wie Samsung oder SK Hynix ihre Produktionskapazitäten schneller ausweiten, als die Marktnachfrage wachsen kann.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Das ist keine Anlageberatung.

Fazit

Die KI-Branche entwickelt sich 2026 von einem reinen Hardware-Ausbau hin zu mehr Effizienz und operativer Umsetzung. Hohe Investitionen großer Technologiekonzerne schaffen zwar strukturellen Rückenwind, doch Bewertungsrisiken und geopolitische Unsicherheiten bleiben relevant.

Eine breite Diversifizierung über verschiedene Segmente sowie die Beobachtung von Investitionsplänen und technologischen Fortschritten sind daher zentrale Faktoren für eine langfristige Einordnung der genannten KI-Aktien.

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