Dauer: 8 Minuten | Level: Einsteiger | Kategorie: Rohstoffe

Der Rohstoffmarkt wird 2026 maßgeblich von der Energiewende, geopolitischen Entwicklungen und veränderten Zinszyklen geprägt. Neben ihrer klassischen Rolle als Inflationsschutz gewinnen Rohstoffe zunehmend an Bedeutung für die globale Elektrifizierung.

Ein Verständnis von Angebot und Nachfrage ist beim Investment in Rohstoffe entscheidend, unabhängig davon, ob der Fokus auf Edelmetallen oder industriellen Materialien wie Kupfer und Uran liegt.

Gold

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Gold gilt auch im Jahr 2026 als klassischer Sicherheitsanker in Phasen wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit und erfüllt weiterhin seine Funktion als sicherer Hafen.

  • Nachfrage durch Zentralbanken: Die Nachfrage wird unter anderem durch anhaltende Käufe von Zentralbanken gestützt. Vor allem Schwellenländer diversifizieren ihre Währungsreserven zunehmend weg von klassischen Fiat-Währungen hin zu Gold.
  • Zinsumfeld und Realzinsen: Historisch zeigt Gold eine inverse Beziehung zu den Realzinsen. Mit der erwarteten Normalisierung der Geldpolitik im Jahr 2026 könnten sich die Opportunitätskosten für das Halten des unverzinsten Edelmetalls entsprechend verändern.
  • Begrenztes Angebot: Das globale Angebot bleibt vergleichsweise knapp. Die Minenproduktion kann mit der strukturellen Nachfrage aus dem Investmentbereich und industriellen Anwendungen nur begrenzt Schritt halten.
  • Geopolitische Einflussfaktoren: Anhaltende Spannungen zwischen verschiedenen Handels- und Wirtschaftsblöcken tragen dazu bei, dass Gold weiterhin mit einer geopolitischen Prämie gegenüber historischen Durchschnittswerten gehandelt wird.
  • Inflationsschutz: Gold wird häufig als Instrument zur Absicherung gegen Inflation eingesetzt, da es über lange Zeiträume tendenziell seine Kaufkraft bewahrt, wenn Währungen an Wert verlieren.
  • Risikofaktoren: Ein wesentliches Risiko für den Goldpreis stellt eine mögliche Aufwertung des US-Dollars dar. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für internationale Käufer und kann kurzfristig preisdämpfend wirken.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Kupfer

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Kupfer gilt als zentrales Industriemetall für die globale Elektrifizierung und spielt im Jahr 2026 eine wichtige Rolle bei erneuerbaren Energien, Elektromobilität und moderner Energieinfrastruktur.

  • Strukturelle Nachfrage: Der Ausbau von Stromnetzen, erneuerbaren Energieanlagen und Elektrofahrzeugen führt zu einer anhaltend hohen Nachfrage nach Kupfer. Hinzu kommt der steigende Bedarf durch KI-Rechenzentren, die große Mengen an Verkabelung und leistungsfähiger Strominfrastruktur erfordern.
  • Angebotslage: Analysten erwarten für 2026 ein Angebotsdefizit. Viele bestehende Minen erreichen ein höheres Produktionsalter, während neue sogenannte Greenfield-Projekte nur begrenzt hinzukommen. Das schränkt das Wachstum des globalen Kupferangebots ein.
  • Konjunkturelle Bedeutung: Kupfer wird häufig als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet und ist daher auch unter dem Begriff „Dr. Copper“ bekannt. Preisbewegungen spiegeln oft den Zustand der weltweiten Industrie- und Bautätigkeit wider.
  • Rolle Chinas: Die industrielle Entwicklung Chinas bleibt ein entscheidender Faktor für den Kupfermarkt. Als weltweit größter Verbraucher von raffiniertem Kupfer beeinflusst die Nachfrage aus den Bereichen Bau, Elektronik und Industrie maßgeblich die Preisentwicklung.
  • Regionale Förderrisiken: In wichtigen Förderländern wie Chile und Peru können ökologische Auflagen, Genehmigungsverfahren und regulatorische Eingriffe die Lieferketten beeinträchtigen und zu Angebotsunterbrechungen führen.
  • Risikofaktoren: Trotz struktureller Nachfrage besteht das Risiko, dass eine globale Konjunkturabschwächung oder eine Verzögerung bei Infrastruktur- und E-Mobilitätsprojekten die kurzfristige Nachfrage nach Kupfer dämpft.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Uran

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Uran gewinnt im Jahr 2026 erneut an Bedeutung, da Kernenergie weltweit wieder stärker als verlässliche Quelle für CO2-arme Grundlast betrachtet wird. Diese Entwicklung beeinflusst sowohl die Nachfrage nach Brennstoffen als auch die strategische Ausrichtung vieler Staaten und Unternehmen.

  • Steigender Energiebedarf durch Rechenzentren: Große Technologieunternehmen schließen zunehmend langfristige Stromabnahmeverträge mit Kernkraftbetreibern ab, um den wachsenden Energiebedarf ihrer KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur zu decken.
  • Strukturelle Angebotslücke: Das globale Uranangebot bleibt angespannt. Die Fördermengen großer Produzenten liegen weiterhin unter dem Bedarf der weltweit betriebenen Kernreaktoren, was zu einer strukturellen Unterversorgung beiträgt.
  • Politische Neuausrichtung: In Europa und Großbritannien rücken Fragen der Energiesouveränität stärker in den Fokus. Dies führt zu Laufzeitverlängerungen bestehender Kernkraftwerke sowie zu Investitionen in neue Reaktortypen wie Small Modular Reactors (SMRs).
  • Zugang zum Markt: Der direkte Handel mit physischem Uran ist stark reguliert. Anleger greifen daher häufig auf börsengehandelte Produkte zurück, die Beteiligungen an Uranförderern und Unternehmen entlang der nuklearen Wertschöpfungskette bündeln.
  • Risikofaktoren: Geopolitische Spannungen, insbesondere mögliche Sanktionen im Bereich angereicherten Urans, könnten das globale Angebot weiter verknappen. Zusätzlich unterliegt der Nuklearsektor regulatorischen Risiken und einer öffentlichen Wahrnehmung, die sich nach sicherheitsrelevanten Ereignissen kurzfristig verändern kann.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Silber

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Silber nimmt im Jahr 2026 eine besondere Stellung ein, da es sowohl als Edelmetall mit Absicherungsfunktion als auch als wichtiger industrieller Rohstoff eingesetzt wird.

  • Industrielle Nachfrage: Ein wesentlicher Treiber bleibt die Solarindustrie. Silber wird für leitfähige Pasten in Photovoltaikzellen benötigt und ist damit ein zentraler Bestandteil moderner Solartechnologie. Darüb hinaus stützen technologische Entwicklungen in Bereichen wie 5G-Infrastruktur und Automobilelektronik die industrielle Nachfrage auch über das Jahr 2026 hinaus.
  • Angebotsstruktur: Ein großer Teil der weltweiten Silberproduktion fällt als Nebenprodukt beim Abbau von Blei, Zink oder Kupfer an. Dadurch ist das Angebot weniger flexibel und hängt stark von der Entwicklung anderer Rohstoffmärkte ab.
  • Konjunkturelle Sensitivität: Silber reagiert deutlich auf Veränderungen der industriellen Produktion. Eine Abschwächung der globalen Fertigungstätigkeit kann die industrielle Nachfrage belasten und die Funktion als Absicherungsinstrument teilweise überlagern.
  • Volatilität und Zinsumfeld: Im Vergleich zu Gold weist Silber in der Regel eine höhere Preisvolatilität auf. Zudem wird der Silberpreis – ähnlich wie bei Gold – maßgeblich durch die Entwicklung der US-Zinsen und des US-Dollars beeinflusst.
  • Risikofaktoren: Zu den zentralen Risiken zählen konjunkturelle Abschwünge, die industrielle Nachfrage dämpfen könnten, sowie geldpolitische Veränderungen, die sich auf das Edelmetallsegment insgesamt auswirken.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Erdgas

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Erdgas nimmt auch im Jahr 2026 eine wichtige Rolle als sogenannter Übergangsenergieträger ein. Es wird genutzt, um die wetterabhängigen Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und weist im Vergleich zu Kohle geringere Emissionen auf.

  • Ausbau des LNG-Marktes: Der Ausbau von LNG-Exportkapazitäten in den USA und Katar trägt zu einer stärkeren Vernetzung der globalen Erdgasmärkte bei. Dadurch gewinnt der internationale Handel mit Flüssigerdgas weiter an Bedeutung.
  • Europäische Energiesicherheit: Energieversorgung bleibt insbesondere in Europa ein zentrales Thema. Der Kontinent ist in hohem Maße auf LNG-Importe angewiesen, um frühere Pipeline-Lieferungen zu ersetzen und die Versorgung zu sichern.
  • Wetterabhängige Preisentwicklung: Kurzfristig wird der Erdgaspreis stark durch Wetterbedingungen beeinflusst. Extreme Kälteperioden im Winter oder Hitzewellen im Sommer können zu abrupten Nachfragesprüngen führen.
  • Langfristige Nachfragetreiber: Der Ausbau von Wasserstoffprojekten kann mittelfristig zusätzlichen Bedarf erzeugen, da Erdgas häufig als Ausgangsstoff für die Wasserstoffproduktion verwendet wird.
  • Risikofaktoren: Zu den wesentlichen Risiken zählen strengere Regelungen zur Bepreisung von CO2 und Methanemissionen, die die Kosten für Produzenten erhöhen können. Zudem kann ein Überangebot in Phasen milder Witterung zu deutlichen Preiseinbrüchen führen.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Platin

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Platin rückt im Jahr 2026 verstärkt in den Fokus, insbesondere im Zusammenhang mit der Wasserstoffwirtschaft. Das Metall wird als Katalysator in Elektrolyseuren eingesetzt, die für die Herstellung von grünem Wasserstoff benötigt werden.

  • Verschiebung der Nachfragestruktur: Traditionell war Platin eng mit der Automobilindustrie verbunden, vor allem über Diesel-Abgaskatalysatoren. Diese Abhängigkeit nimmt jedoch ab, während industrielle, chemische und energienahe Anwendungen an Bedeutung gewinnen.
  • Angespannte Angebotslage: Der Platinmarkt befindet sich seit mehreren Jahren in einem Angebotsdefizit. Ein wesentlicher Faktor sind operative Herausforderungen und wiederkehrende Stromausfälle in Südafrika, das rund 70 % der weltweiten Platinproduktion stellt.
  • Substitution zu Palladium: Platin wird häufig als im Verhältnis zu Palladium niedriger bewertet angesehen. Das hat dazu geführt, dass Hersteller in bestimmten Benzinmotoren vermehrt Platin als Ersatz für Palladium einsetzen.
  • Rolle als Edelmetall: Neben der industriellen Nutzung weist Platin auch Eigenschaften eines Edelmetalls auf und findet in Phasen von Währungsschwäche Beachtung bei Anlegern. Die Marktliquidität bleibt jedoch geringer als bei Gold.
  • Investmentnachfrage: Die Nachfrage nach Platinbarren und -münzen zeigt sich widerstandsfähig, da Privatanleger nach zusätzlicher Diversifikation innerhalb des Edelmetallsegments suchen.
  • Risikofaktoren: Ein zentrales Risiko besteht in der beschleunigten Verbreitung batterieelektrischer Fahrzeuge (BEVs). Da diese keine Abgaskatalysatoren benötigen, könnte ein Teil der klassischen Nachfrage strukturell zurückgehen.

Ihr Kapital ist Risiken ausgesetzt. Keine Anlageberatung.

Fazit

Rohstoffe spielen 2026 eine zentrale Rolle im Kontext der globalen Energie- und Technologiewende und gehen damit über ihre klassische Funktion als Inflationsschutz hinaus.

Gleichzeitig ist der Rohstoffmarkt durch hohe Volatilität, geopolitische Einflüsse und strukturelle Risiken geprägt. Eine fundierte Analyse sowie die Einbettung in ein breit diversifiziertes Portfolio bleiben daher entscheidend.

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