Alpha misst die Performance und Beta misst die Volatilität – gemeinsam oder unabhängig voneinander verwendet, bieten sie eine Möglichkeit, Risiko und Ertrag zu bewerten. Die statistischen Kennzahlen Alpha und Beta können Ihnen gleichzeitig helfen, die Eigenschaften eines Vermögenswerts zu verstehen.


Sie müssen nicht das griechische Alphabet lernen, um an der Börse zu investieren. Das Verständnis der Begriffe Alpha und Beta hilft Ihnen jedoch, das mit jedem Handel verbundene Risikoverhältnis zu verstehen.

Wir werden uns ansehen, was Alpha und Beta sind, wie sie berechnet werden und wie wertvoll dieses Wissen für die Entwicklung Ihrer Anlagestrategie ist. Wir werden außerdem untersuchen, wie eine dritte Kennzahl, das Capital Asset Pricing Model (CAPM), die Konzepte von Alpha und Beta in einem Tool vereint.

Was ist Alpha einer Aktie?

Der Begriff Alpha bei Aktien misst die Überrendite einer Investition im Vergleich zu einer Benchmark, wie z. B. einem Index.

Die Nützlichkeit von Alpha liegt darin zu zeigen, ob und in welchem Umfang eine Aktie den Gesamtmarkt übertroffen hat. Wenn Sie das Alpha einer Aktie erwähnt sehen, ist wichtig zu beachten, dass es sich um eine historische Kennzahl handelt – und diese historische Kennzahl ist keine Indikation für zukünftige Performance.

Wie berechnet man das Alpha einer Aktie?

Das Alpha wird berechnet, indem die tatsächliche Rendite einer Aktie mit der erwarteten Rendite laut CAPM verglichen wird, um die Über- oder Unterperformance zu bestimmen

Wenn Sie beispielsweise das Alpha des Pharmariesen Johnson & Johnson untersuchen, könnten Sie es mit seiner direkten Vergleichsgruppe vergleichen, wie sie durch den iShares S&P Global Healthcare Sector ETF repräsentiert wird.

Alternativ könnten Sie seine Performance mit anderen Blue-Chip-Aktien aus verschiedenen Sektoren messen, indem Sie Johnson & Johnson mit dem Dow Jones 30 Index vergleichen.

Die Formel zur Berechnung des Alpha beginnt mit der Berechnung der Risikoprämie des betreffenden Vermögenswerts. Diese Berechnung stellt die Differenz zwischen der erwarteten Rendite dieses Vermögenswerts und der Rendite einer risikoarmen Benchmark fest, wie z. B. dem aktuell verfügbaren Zinssatz auf Sparkonten oder der Rendite einer Staatsanleihe.

Die finale Gleichung zur Berechnung der Alpha-Formel drückt die Beziehung zwischen der Rendite des betreffenden Vermӧgenswerts (R), der Rendite vergleichbarer Vermӧgenswerte im Markt (Rm), der risikofreien Rendite (Rf) und dem Beta (β) aus.

Hier ist die Berechnung:

Alpha = R – ((Rf + β(Rm-Rf))

  • R = Tatsächliche Rendite einer Aktie oder eines Fonds
  • Rf = Die risikofreie Rendite, z. B. von Staatsanleihen
  • β = Das systematische Risiko eines Portfolios
  • Rm = Die Benchmark-Rendite ähnlicher Vermögenswerte, z. B. ein Aktienindex

Ein praktisches Beispiel veranschaulicht die Mechanik des Berechnungsprozesses und wie man das Alpha ermittelt:

  • R = 15 % – Fonds ABC investiert in britische Large-Cap-Aktien und erzielt dabei eine Rendite von 15 % über ein Jahr.
  • Rf = 4 % – Während des Zeitraums betrug die Rendite auf risikofreien Sparkonten 4 %.
  • β = 1,2 – Die Preisvolatilität von Fonds ABC war 20 % höher als die des FTSE 100 Index, was bedeutet, dass der Fonds einen Beta-Wert von 1,2 hatte.
  • Rm = 12 % – Im selben Zeitraum erzielte der FTSE 100, der aus britischen börsennotierten Blue-Chip-Aktien besteht, eine Rendite von 12 %.

Diese Datenpunkte in die Formel eingesetzt berechnen das Alpha:

Alpha = 15 % – (4 % + 1,2 *(12 % – 4 %)) Alpha = 15 % – (4 % + 9,6 %) Alpha von Fonds ABC = 1,4 %

Der Standard-Zeitrahmen für diese Faktoren beträgt 12 Monate. Sie können jedoch Alpha-Werte für Aktien basierend auf jedem gewüschten Zeitrahmen berechnen.

Tipp: Analysten verwenden oft den S&P 500 Index als Benchmark in ihrer Alpha-Analyse.

Was sind die verschiedenen Alpha-Werte für eine Aktie?

Es gibt drei mögliche Alpha-Werte: neutral, positiv und negativ. Ein neutraler Wert zeigt, dass die Aktie den Markt genau abgebildet hat. Ein positiver Wert steht für Outperformance, ein negativer für Underperformance.

Neutrales Alpha (0)Positives Alpha (>0)Negatives Alpha (<0)
Die Aktie oder der Fonds hat auf demselben Niveau wie die Benchmark performt.Die Aktie oder der Fonds hat die Benchmark, mit der sie verglichen wurde, übertroffen.Die Aktie oder der Fonds hat im Vergleich zur verwendeten Benchmark unterdurchschnittlich abgeschnitten.
Die Aktie oder der Fonds hat sich im Einklang mit dem breiteren Markt entwickelt und weder über- noch unterdurchschnittlich performt.Die Daten beweisen historische Outperformance, nicht zwingend zukünftige Outperformance, aber die Aktie oder der Fonds könnte einer weiteren Analyse würdig sein.Dies schließt sie nicht notwendigerweise von der Auswahl aus, aber die Analyse müsste Katalysatoren identifizieren, die wahrscheinlich eine Leistungsänderung verursachen.

Was bedeutet Beta bei Aktien?

Beta bei Aktien ist eine Methode zur Messung der Volatilität einer Aktie im Vergleich zur durchschnittlichen Volatilität des Marktes. Dazu wird die Volatilität der Aktie mit der Volatilität des breiteren Marktes, typischerweise einer sektorspezifischen Benchmark, verglichen.

Beta betrachtet das Risiko-Rendite-Verhältnis einer Aktie auf eine etwas andere Weise als Alpha. Mit Beta kann Ihre Analyse das mögliche Aufwärts- oder Abwärtspotenzial einer Aktie im Verhältnis zu ihrer Volatilität bestimmen.

Stellen wir uns vor, dass eine bestimmte Aktie einen Beta-Wert von 2 hat. Das bedeutet, dass er sich doppelt so stark wie die Benchmark bewegt. Fällt der Gesamtmarkt um 10 %, sollte diese Aktie rund 20 % an Wert verlieren. Steigt die Benchmark dagegen um 10 %, sollte die Aktie um 20 % zulegen.

Beta-Werte beliebter Aktien

Wir können dieses Thema etwas klarer machen, indem wir eine Beta-Aktienanalyse einiger der beliebtesten Aktien auf dem Markt durchführen. Diese Zahlen wurden über einen nachlaufenden Zwölfmonatszeitraum berechnet und in absteigender Reihenfolge dargestellt.

Aktien mit höherem Beta mögen in Investorenkreisen prominentere Namen sein, aber das basiert auf der Tatsache, dass ihre Preisbewegungen berichtenswert sind, und nicht unbedingt darauf, dass sie gut zu Ihrem Portfolio passen.

Quelle: eToro

*Daten korrekt zum 22. September 2025

Wie berechnet man den Beta-Wert einer Aktie?

Beta misst die Volatilität einer Aktie im Vergleich zum Markt. Berechnet wird es als Verhältnis der Kovarianz der Aktienrendite mit der Marktrendite zur Varianz der Marktrendite.

Varianz: Berechnet, wie stark der Preis eines Vermögenswerts über einen bestimmten Zeitraum von seinem längerfristigen Durchschnittspreis abgewichen ist. Ein Vermögenswert mit hoher Varianz erfährt größere und häufigere Preisbewegungen als einer mit niedrigerer Varianz.

Kovarianz: Veranschaulicht die Art der Beziehung zwischen den Renditen eines Vermögenswerts und den breiteren Marktrenditen. Eine positive Kovarianz deutet darauf hin, dass sich die Renditen des Vermögenswerts in dieselbe Richtung wie der breitere Markt bewegen, sie steigen und fallen also gemeinsam. Eine negative Kovarianz deutet darauf hin, dass sie sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

Tipp: Je weiter der Kovarianz-Wert von null entfernt ist, desto stärker ist die Beziehung zwischen dem Vermögenswert und der Benchmark.

Um Beta zu ermitteln:

  1. Berechnen Sie die Renditen sowohl der Aktie (Rs) als auch der Benchmark (Ri) über einen definierten Zeitraum.
  2. Berechnen Sie die Varianz der Benchmark-Renditen.
  3. Berechnen Sie die Kovarianz der Aktienrenditen mit den Benchmark-Renditen.

Hier ist die Berechnung:

Beta = Kovarianz (Rs, Ri) / Varianz (Ri)

  • Rs = die Rendite der Aktie
  • Ri = die Rendite des Benchmark-Index

Was sind die verschiedenen Beta-Werte für eine Aktie?

Auch hier gibt es drei mögliche Beta-Werte: neutral, positiv und negativ. Eine Aktie mit neutralem Beta hat die gleiche Preisvolatilität wie die Benchmark, gegen die sie gemessen wird. Eine mit Beta >1 hat eine höhere Volatilität als die Benchmark, und eine mit negativem Beta ist weniger volatil.

Neutrales Beta (=1)Positives Beta (>1)Negatives Beta (<1)
Über den festgelegten Zeitrahmen zeigte diese Aktie oder dieser Fonds Risikoniveaus im Einklang mit dem Gesamtmarkt.Die Aktie oder der Fonds hat ein höheres Risikoverhältnis. Historische Preisbewegungen waren volatiler als die der verwendeten Benchmark.Über den betreffenden Zeitraum war der Aktien- oder Fondspreis weniger volatil als die Benchmark.

Was ist CAPM?

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein statistisches Maß, das die Beziehung zwischen der erwarteten Rendite und dem Risiko einer Investition in ein Wertpapier wie eine Aktie beschreibt. Dieser Ansatz berücksichtigt die Verbindung zwischen Risiko und erwarteter Rendite.

Die CAPM-Formel berücksichtigt die Alpha- und Beta-Werte der Aktie, da sie uns einen Gesamtüberblick über das Risiko und die Kapitalkosten gibt. Der wesentliche Zweck von CAPM besteht darin, die Alpha- und Beta-Werte einer Aktie zu berücksichtigen und Elemente beider Kennzahlen zu integrieren, um einen Gesamtüberblick über Risiko und Kapitalkosten zu geben.

Wie man das CAPM einer Aktie berechnet

Das CAPM einer Aktie berechnet sich aus dem risikofreien Zinssatz, dem Beta der Aktie und der erwarteten Marktrendite. So wird das Risiko bei der Abschätzung der Rendite berücksichtigt.

  1. Bestimmen Sie den risikofreien Zinssatz, zum Beispiel die Rendite von Staatsanleihen.
  2. Berechnen Sie das Beta. Das misst, wie stark sich der Kurs einer Aktie im Vergleich zu einem Marktindex bewegt.
  3. Ermitteln Sie die Marktrisikoprämie (MRP). Dies ist die zusätzliche Rendite, die ein Anleger erhält (oder erwartet zu erhalten), wenn er ein Risiko über das Niveau risikofreier Anlagen hinaus eingeht.

Formel:
MRP = Erwartete Marktrendite – Risikofreier Zinssatz

Tipp: Das CAPM kann zusammen mit technischer und fundamentaler Analyse verwendet werden, zum Beispiel um die erwarteten Erträge unter Berücksichtigung des Risikos zu schätzen.

CAPM-Formel

Erwartete Rendite = Risikofreier Zinssatz + (Beta × Marktrisikoprämie)

Ein Beispiel zur Berechnung des CAPM unter Verwendung der hypothetischen Aktie XYZ, einem US-Tech-Giganten:

  • Rf = 5 % – In diesem Zeitraum betrug die Rendite risikofreier Sparkonten 5 %.
  • β = 1,9 – Die Kursvolatilität von XYZ war 90 % höher als die des Nasdaq 100 Index, daher hatte der Fonds Beta von 1,9.
  • Rm = 12 % – Im gleichen Zeitraum erzielte der Nasdaq 100 Index, der aus Aktien ähnlich wie XYZ besteht, eine Rendite von 12 %.

Wenn man diese Werte in die Formel einsetzt:

CAPM = 5 % + (1,9 × (12 % – 5 %))
CAPM = 5 % + 13,3 %
CAPM der Aktie XYZ = 18,3 %

Das Beispiel dient nur zu Illustrationszwecken. Es berücksichtigt keine aktuellen Marktbedingungen, Gebühren, Spreads, Währungskosten oder andere Transaktionsfaktoren, die reale Anlageergebnisse beeinflussen könnten.

Vorteile der Nutzung des CAPMNachteile der Nutzung des CAPM
Intuitiv und relativ einfach anzuwendenVereinfacht die Finanzmärkte zu stark
Marktstandard – beliebt in der Investment-CommunityEinige Annahmen gelten als unrealistisch
Kann Stresstests unterzogen werden, um mehr Vertrauen in Ergebnisse zu gewinnenDie Rendite risikofreier Anlagen ändert sich täglich

Fazit

Alpha und Beta sind beliebte Kennzahlen – nützlich zur Identifizierung potenzieller Anlagechancen und wertvolle Instrumente für das Risikomanagement.


Die Analyse der Bewertungen Ihres Portfolios anhand dieser Kennzahlen hilft Ihnen, die Struktur und das Risiko Ihrer bestehenden Anlagen besser zu verstehen. Dies ist besonders hilfreich bei der Portfolioumschichtung oder Absicherung von Risiken.

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FAQ

Was bedeutet “Alpha suchen”?

“Alpha suchen” bedeutet, dass ein Anleger versucht, den Markt zu übertreffen. Alpha misst, ob die Rendite einer Anlage die erwartete Rendite basierend auf ihrem Beta übertrifft. Es kann zusammen mit anderen risikobezogenen Kennzahlen wie Beta und Standardabweichung verwendet werden.

Warum ist Beta ein nützlicher Indikator?

Der Beta-Wert einer Aktie zeigt deren Risiko-/Ertragspotenzial, also wie stark sich ihr Kurs voraussichtlich verändert. Je höher der Beta-Wert, desto größer ist die potenzielle Schwankung – und damit auch das potenzielle Risiko und die Chance.

Was bedeutet Finanzrisikomanagement?

Risikomanagement bedeutet, die mit bestimmten Transaktionen verbundenen Risiken zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu steuern. Vielmehr benötigt der Anleger eine Anlagestrategie und Instrumente zur Risikosteuerung, die seiner finanziellen Situation entsprechen.

Was ist Beta-Hedging?

Beim Beta-Hedging wird das Gesamtrisiko eines Portfolios reduziert, indem Positionen so angepasst werden, dass sich die Beta-Werte der einzelnen Anlagen gegenseitig ausgleichen. Ziel ist ein Gesamt-Beta von etwa 1,0 für das Portfolio.