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ÖL – ACH DU MEINE GÜTE

Die Geschichte deutet darauf hin, dass dieser Öl-Kurssturz eine Kaufgelegenheit ist

Rohstoffe neigen dazu, volatile Vermögenswerte zu sein, und Öl – der am aktivsten getradete Rohstoff – ist keine Ausnahme. Im Laufe der Geschichte sind die Ölpreise aufgrund der sich ändernden Dynamik von Angebot und Nachfrage zeitweise Recht spektakulär gestiegen und gefallen.

Für Trader und Investoren können diese Ölpreisbewegungen attraktive Chancen bieten. Dies gilt insbesondere, wenn die Ölpreise einbrechen, da sie sich recht schnell erholen. Im Folgenden werfen wir ein Blick darauf, wie sich die Öl-Preise nach dramatischen Preisrückgängen in den letzten Jahrzehnten erholt haben.

Öl-Kursstürze

Bis in die 2000er-Jahre blieben die Öl-Preise im Allgemeinen unter 40 USD pro Barrel. Sie stiegen zwar mehrmals an, auch während der Ölkrise von 1979 und der Rezession von 1990 (kurzzeitiger Anstieg auf 41 USD pro Barrel im Oktober 1990, nachdem der Irak in Kuwait einmarschiert war), doch 40 USD erwies sich als Widerstandsbereich.

All dies änderte sich jedoch Mitte der 2000er-Jahre. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus neu industrialisierten Ländern wie China schossen die Öl-Preise 2004 dramatisch nach oben und stiegen 2008 auf fast 150 USD pro Barrel. Seitdem haben wir mehrmals erlebt, wie die Öl-Preise unter die Marke von 40 USD zurückgefallen sind, obwohl die Nachfrage nach Öl heute viel höher ist als in der Vergangenheit.

Während der globalen Finanzkrise von 2008/2009 beispielsweise fiel der Preis für Rohöl von West Texas Intermediate (WTI) von etwa 145 USD pro Barrel auf etwa 30 USD pro Barrel –  ein Rückgang von etwa 80 % – in weniger als sechs Monaten. Dieser Rückgang der Öl-Preise war das Ergebnis eines Zusammenbruchs der Nachfrage, da die Volkswirtschaften auf der ganzen Welt zum Stillstand kamen, sowie der Auflösung von Öl-Positionen von Banken, Hedgefonds und Tradern.

Zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 – ein Zeitraum, der oft als „große Öl-Flaute“ bezeichnet wird – erlebten die Ölpreise einen weiteren starken Rückgang. Diesmal fiel der Preis für WTI-Rohöl von mehr als 100 USD pro Barrel auf unter 30 USD pro Barrel – ein Rückgang um ca. 70 %. Dieser Ölpreis-Zusammenbruch war sowohl auf das Überangebot als auch auf die sich verschlechternde Nachfrage zurückzuführen.

Interessant an diesen Ölpreis-Einbrüchen aus Trading- oder Investment-Perspektive ist jedoch, dass die Öl-Preise nicht sehr lange niedrig blieben. Bei beiden Gelegenheiten erholten sich die Öl-Preise relativ schnell.

Beispielsweise erholte sich der Preis von WTI-Rohöl nach der globalen Finanzkrise bis April 2011 auf 110 USD pro Barrel –  ein Anstieg um mehr als 250 % in etwas mehr als zwei Jahren  – aufgrund von Angebotsdrosselungen und einem Anstieg der Nachfrage. Ebenso stieg der Preis von WTI-Rohöl nach der großen Öl-Flaute von 2014-2016 bis Mitte 2018 wieder auf über 70 USD pro Barrel –  ein Anstieg von mehr als 130 % in etwas mehr als zwei Jahren  –, da das Angebot reduziert wurde und die Nachfrage stieg.

Dieses historische Muster deutet darauf hin, dass Öl-Preisstürze möglicherweise Chancen für Trader und Investoren bieten können.

62 % aller Kleinanleger-Konten verlieren Geld, wenn sie CFDs bei diesem Anbieter traden. Sie sollten abwägen das hohe Risiko einzugehen und somit Investiertes zu verlieren.

Öl-Preiskrieg

Das bringt uns zur aktuellen Ölpreis-Situation. In den letzten Monaten sind die Ölpreise wieder stark gefallen, wobei WTI-Rohöl von ca. 60 USD pro Barrel auf fast 20 USD pro Barrel gefallen ist.

Dieser Preiskollaps ist auf zwei Punkte zurückzuführen. Erstens, da Länder auf der ganzen Welt beispiellose Schritte unternehmen, um das Coronavirus einzudämmen, ist die Nachfrage nach Öl stark zurückgegangen. Laut dem multinationalen Rohstoffhandelsunternehmen Trafigura könnte die Öl-Nachfrage aufgrund des Coronavirus kurzfristig um 35 Millionen Barrel pro Tag einbrechen – etwa ein Drittel der normalen weltweiten Förderung[1] .

Zweitens kam es zu einem Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien, dem Führer der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC), und Russland. Nach dem Ausbruch des Coronavirus schlug die OPEC eine Drosselung der Öl-Förderung vor, um den Rückgang der Öl-Preise aufzuhalten. Russland war jedoch mit diesem Vorschlag unzufrieden und sagte, es werde die Produktionskürzungen nicht einhalten.

Als Reaktion darauf startete Saudi-Arabien einen Preiskrieg gegen Russland, da es sich weigerte, zu kooperieren, und führte die größten Preissenkungen für sein Rohöl seit mehr als 30 Jahren durch. Saudi-Arabien erhöhte auch seine Produktion, anstatt sie wie ursprünglich vorgeschlagen zu senken. Dieser Preiskrieg löste einen großen Einbruch des Ölpreises aus, wobei der Preis für WTI-Rohöl unmittelbar nach der Ankündigung Saudi-Arabiens um 26 % fiel – der größte eintägige Crash seit dem Golfkrieg 1991.

Eine Chance für Trader und Investoren

Zwar hat dieser jüngste Zusammenbruch des Ölpreises Schockwellen in der gesamten Finanzgemeinschaft ausgelöst (der Dow Jones hatte direkt nach der Reaktion Saudi-Arabiens auf Russland einen seiner schlimmsten Tage aller Zeiten), doch mit Öl-Preisen unter 30 USD scheint sich eine weitere Gelegenheit für Trader und Investoren ergeben zu haben. Öl sieht jetzt sehr überverkauft aus, und wenn die Geschichte ein Maßstab ist, werden die Öl-Preise wahrscheinlich nicht sehr lange auf diesem Niveau bleiben.

Öl ist mit politischer Stabilität verbunden, und zu den aktuellen Preisen werden einige Länder, darunter Russland und der Irak, negativ davon betroffen sein. In Russland beispielsweise sind die Öl- und Gasexporte für mehr als 30 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes verantwortlich. Das bedeutet, dass es im besten Interesse der wichtigsten Öl-Förderländer ist, zusammenzuarbeiten und die Förderung zu senken, um die Öl-Preise auf ein Niveau anzuheben, das die Öl-Einnahmen steigert, die Inflation jedoch im Griff behält.

Das haben wir in letzter Zeit gesehen. Am 13. April haben sich die globalen Öl-Förderländer, darunter Saudi-Arabien, Russland und die USA, auf ein historisches Öl-Abkommen geeinigt, das zu einer Senkung der Öl-Förderung um 9,7 Barrel pro Tag führen wird. Das Abkommen, das das Angebot an Öl um etwa 10 % reduzieren wird, stellt die größte bisher vereinbarte Förderungskürzung dar. Die tatsächlichen Produktionskürzungen könnten jedoch viel höher ausfallen. Nach Angaben des saudischen Energieministers könnten sich die Gesamtkürzungen 19,5 Millionen Barrel Öl pro Tag annähern, was etwa 20 % des weltweiten Angebots ausmachen würde. Eine solche Kürzung der Fördermengen dürfte sicherlich dazu beitragen, den Preis des Rohstoffs in naher Zukunft zu stabilisieren.

Natürlich haben wir angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Coronavirus keine Möglichkeit zu wissen, wie lange es dauern wird, bis sich die Ölpreise erholen, wenn überhaupt. Die Wirtschaftstätigkeit könnte möglicherweise eine Weile lang gedämpft sein. Der aktuelle Öl-Kurssturz hat jedoch einige Ähnlichkeiten mit dem, was sich während der globalen Finanzkrise ereignet hat, und es ist interessant zu sehen, wie sich die Öl-Preise dort erholten.

Schließlich wird sich die Welt vom Coronavirus erholen und die Wirtschaftsaktivitäten werden wieder anziehen. Und wenn dies geschieht, werden sich die Öl-Preise wahrscheinlich ebenfalls erholen. Das ist der Grund, weshalb jetzt ein guter Zeitpunkt sein könnte, um mehr Öl-Exposition im Portfolio zu haben. Bei den Ölpreisen, die derzeit unter 30 USD pro Barrel liegen, sieht das Verhältnis von Risiko und Ertrag attraktiv aus.

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[1]http://www.worldoil.com/news/2020/4/13/opecplus-production-cuts-won-t-save-traders-from-storage-squeeze

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